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Brief an die Verwertungsgesellschaft Wort - keine Antwort
Peter Milger
Journalist, Fernseh- und Buchautor

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Verwertungsgesellschaft WORT
Vorstand
Goethestraße 49
80336 München


Sehr geehrte Herren,

Anbei eine Strafanzeige gegen K. T. zu Guttenberg, eingereicht bei der Staatsanwaltschaft Berlin. (Weil Standort seines Verlages) Eine ähnliche Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Hof hat offensichtlich keine Wirkung. Dort wird wohl nur der Frage nachgegangen, ob sich Herr zu Guttenberg bei oder mit der Abfassung seiner Promotionsarbeit strafbar gemacht hat. Was nicht der Fall ist.

Auch in den Medien wird generell übersehen, dass Herr zu Guttenberg seine Arbeit als Buch in den Handel gebracht hat. Ich habe dazu ein Leserbrief geschrieben. Er fasst die Argumente zusammen, die nahe legen, dass die VG Wort in der in der Sache tätig zu wird. Publizistisch und/oder durch eine eigene Klage.

Ein Präzedenzfall liegt vor, wenn Herr zu Guttenberg straffrei ausgeht

Die Staatsanwaltschaft Hof argumentiert so, als würden nur Strafanzeigen bezüglich der Abfassung der Promotionsarbeit vorliegen. Auch in der Debatte steht „geistiger Diebstahl" in Focus. In seiner Arbeit hat Herr zu Guttenberg aber die Werke anderer Autoren nur verwendet, nicht aber nach dem Wortlaut von § 106 UrhG gewerblich "verwertet". § 106 UrhG ist heranzuziehen, weil er die Arbeit als Buch in den Handel brachte. Auflage 400, Preis ca. 80 Euro, fälliges Gesamthonorar mindestens 10 Prozent, also 3.200 Euro. Der Verlag Duncker & Humblot, Berlin konnte die den plagiierten Autoren zustehenden Honoraranteile nicht wie üblich über die Verwertungsgesellschaft Wort abrechnen, weil Herr zu Guttenberg in seinem Vertrag mit dem Verlag die gebotenen und nötigen Angaben nicht gemacht hat. Diese Unterlassung zum eigenen Vorteil und zum materiellen Schaden anderer ist eine Straftat nach § 106 UrhG: „Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke". Die Staatsanwaltschaft Hof sieht keine öffentliches Interesse gegeben, weil keiner der plagiierten Autoren Strafanzeige gestellt hat. Das ist bar jeder Logik. Laut § 106 UrhG (2) ist schon der Versuch einer Urheberrechtsverletzung strafbar. Der Versuch erfolgte mit der Unterschrift unter den Vertrag mit dem Verlag. Die geschädigten Autoren benötigen keine Strafanzeige, um zu ihrem Recht zu kommen. Eine Honorar-Rechnung an den Verlag genügt. Die Staatsanwaltschaft müsste also von sich aus tätig werden, stattdessen sucht die bayerische Justiz offenbar nach einem Präzedenzfall, um öffentliches Interesse zu verneinen. Umgekehrt stimmt es: Wenn Herr zu Guttenberg straffrei ausgeht, handelt es sich um einen prominenten Präzedenzfall, auf den sich jeder berufen kann, der geschützte Werke anderer Autoren verwertet. Die Rechtsgrundlage des Abrechnungsverfahrens der VG Wort würde brüchig, zum Schaden der Autoren und Verlage. Hier hat der Staat m. E. eine klare Fürsorgepflicht. Peter Milger, Buchautor, Mitglied der VG-Wort
itte teilen Sie mir mit, ob und wie Sie vorgehen werden.

Freundliche Grüße

Peter Milger
webmaster@milger.de


Das Schweigen der VG-Wort sollte auf der Versammlung der Wahrnehmungsberechtigten am Freitag den 20. Mai 18.30 Uhr im Hotel Bayerischer Hof zu München zu Sprache kommen.