VW-AG experimentiert mit Affen - Ethischer Skandal? Histerie statt Recherche. Tierversuche mit Stickdioxid sind gängige Praxis. Fakten zu Laborversuchen mit NO2 / NOx
Peter Milger, Journalist HR 1965-2001 - HAUPTSEITE

Laborversuche mit Hunden, Kaninchen, Meerschweinchen und Affen. Hunderte von Studien erfolgten nicht im Auftrag der Autolobby

Labortests, bei denen Affen, Hunde, Hasen und Meerschweinchen und kleine Nager monatelang hochdosiertem Stickdioxid ausgesetzt werden, sind Standard in der Umwelt- und Gesundheitsforschung. Finanziert werden die Studien von damit befassten Regierungsbehörden, Stiftungen, Umweltverbänden etc, an der Spitze die WHO (World Health Organisation). Es geht dabei um den Nachweis der Schädlichkeit von NO2 und die Festlegung von Grenzwerten. Bei der Suche nach Belegen empfiehlt sich der englische Sprachraum und die Wissenschaftssuche Google Scholar. Suche mit Nitrogen dioxide monkyes (Stickdioxid Affen).

Mindesten 1000 Versuche mit Affen dokumentiert

Suche Google: Google Scholar, dann
Diesel-Studien Skandal oder der mörderische Diesel
Angstmache und Erpressung von Politik und Gerichten mittels konstruierter Todesfälle.
Wie einschlägige sogenannte Studien stark abweichnde Zahlen melden und warum in den Wohnungen der Anrainer von NO2-Hotspots keine Messungen stattfinden.

HIER
Und so weiter. Google meldet 28.500 Treffer, was natürlich übertrieben ist. Beim Durchblättern steigt der Google-Server auf Seite 100 aus. Mit dieser Suche können also 1000 Laborversuche mit NO2 und Affen recherchiert werden.

Beispiel - eine Übersicht über Versuche mit Affen, Hunden etc
<http://www.iom-world.org/media/71269/IOM_TM0403.pdf>
"Das IOM ist ein wichtiges unabhängiges Zentrum für wissenschaftliche Exzellenz in den Bereichen Gesundheit, Hygiene und Sicherheit am Arbeitsplatz und in der Umwelt ... Das IOM ist ein Kooperationszentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

A review of the acute and long term impacts of exposure to nitrogen dioxide in the United Kingdom. Alison Searl

"
Eine Übersicht über die akuten und langfristigen Auswirkungen der Exposition gegenüber Stickstoffdioxid im Vereinigten Königreich."

Dieser Artikel belegt, dass auch „Menschenversuche" zum Werkzeug der einschlägigen Forschung gehören. Siehe Teil 2.:

Sowohl Tierstudien als auch freiwillige (Kammer-) Studien an Menschen wurden in Betracht gezogen, ausgehend von bestehenden Übersichtsarbeiten der WHO (1997), MAAPE (1993, 1995) und der American Thoracic Society (1996)."

Dokumentiert werden Tierversuche auf den Seiten 30-41 in den Tabellen 4.7 bis 4,12. Typische Überschrift: Zusammenfassung der von der WHO ausgewerteten Ergebnisse von Tierstudien."

Das heißt: Weder die Forscher, das IOM noch die WHO hatten „ethische" oder moralische Bedenken.
Es wurden rund 50 Studien herangezogen. Sie dienen sämtlich dem Nachweis der Schädlichkeit von Stickdioxid und der Ermittlung von Grenzwerten. Die NO2-Konzentrationen, denen die Tiere ausgesetzt wurden, waren um Größenordungen höher als in der Atemluft an verkehrsreichen Straßen. (unter 100 Mikrogramm. Im Folgenden stehen SW100 für 100 µg/m³..
Affen, Hunde etc. 4.10 Einwirkung auf die Zellvermehrung - Zusammenfassung der von der WHO ausgewerteten Resultate von Kurzzeitstudien mit Tieren 1997 Ausschnitt.

Konzentration µg/m³.... Dauer...............Spezies...................Befund

Meerschweinchen, Hasen, Hunde, Affen vertrugen 90 Tage 10 x SW10 unbeschadet. Affen waren nach 90 Tagen und 94 x SW100 krank.

Tabelle 4.11 - wie 4.10 aber Auswertung von Langzeitstudien. Ausschnitt

Die Gesundheit von Hunden war nach 12 Monaten und 19 x SW100 beeinträchtigt. Affen ertrugen 16 Monate lang 19 x SW100 ohne Schaden. Nach 14 Monaten waren sie mit einer Dosis von 38 x SW100 erkrankt. Versuche mit Affen auch in den Tabellen 4.7, 4.9 und 4.12
Kommentar: Aus Sicht der Tiere ist es unerheblich, wer Studien bestellt und bezahlt. Die undifferenzierte und eilige Empörung im Namen einer nicht kodifizierten Ethik entspricht nicht den Fakten und erschwert die Suche nach Lösungen, bei der die Interessenlage aller Betroffenen wahrgenommen werden kann - und zwar in den Niederungen, in denen demokratisch und mühsam um Kompromisse gerungen wird.

Teil 2: „Menschenversuche" mit Stickdioxid

Suche mit Google Scholar: "nitrogen dioxide" human volunteer studies. (Stickdioxid, Studien mit Freiwilligen.)
Und so weiter. Gemeldet werden fast 10.000 Einträge, der Google Server steigt aber auf Seite 100 aus. Gesichert dokumentiert sind also 1000 Studien, in denen Freiwillige kontrolliert Stickdioxyd eingeatmet haben. Sogar erkrankte. Zum Beispiel der zweite Eintrag:

Laboratory study of asthmatic volunteers exposed to nitrogen dioxide and to ambient air pollution <http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/15298668891379530>

"Abstrakt. Erwachsene Freiwillige mit mittlerem bis schwerem Asthma (N = 59) wurden Dosis-Wirkungs-Studien unterzogen, um ihre Reaktivität gegenüber Stickstoffdioxid (NO2) in ansonsten sauberer Luft zu bewerten. Expositionskonzentrationen waren 0,0 (Kontrolle), 0,3 und 0,6 ppm." (600 und 1200 µg/m³. Grenzwert EU Außenluft 40 µg/m³)
Kommentar: Es gibt Meinungsäußerungen - etwa im Deutschlandfunk - die einen Zusammenhang zwischen der Studie an der Uniklinik Aachen zur NO2-Belastung am Arbeitsplatz und den Tötungen mit Gas im NS-Regime herstellen. Diese Anschuldigung würde Hunderte von Forschern treffen, die solche Studien anstellten, um die Schädlichkeit von NO2 dokumentieren. Zudem relativieren solche Unterstellungen die verbrecherische Praxis der Nationalsozialisten.

Nachwort: Versuche mit Ratten - sie hielten 27 Monate durch

Tabelle 4.11. Ratten wurden lebenslang mit 1.500 µg/m³ NO2 (fast die 40fache Dosis des EU-Grenzwerts Atemluft) begast. Sie starben nicht daran. Beobachtet wurden nach 27 Monaten "Minimale Veränderungen, leichte Vegrößerung der Lungenbläschen und Lungenkanäle". Auch die Durchsicht von entsprechenden Srudien durch die DFG zeigt, dass die EU-Grenzwerte im Hochsicherheitsbbereich liegen
<http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/3527600418.mb1010244d0049/full>

Die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Laboruntersuchungen ausgewertet, bei denen Ratten 27 Monate lang verschieden hohen NO2 Konzentrationen ständig ausgesetzt waren. Sie hält die Laborversuche offensichtlich für „ethisch" vertretbar, um zur Schadensabwendung - bei Menschen - Grenzwerte festlegen zu können.

Die Kommission wertet ... 0,04 ml/m3 als NOAEC und 0,4 ml/m3 als LOAEC" Das heißt: Bis zu 40µg/m³ können keine Schäden für die Gesundheit festgestellt werden. (NOAEC), sondern erst ab 400 µg/m bei 24stündiger Begasung. (LOAEC). Umgerecht auf 8 Stunden beträgt die gerade noch verträgliche Dosis 1.200 µg/m³. Gültige Grenzwerte: 40µg/m³ allgemein, 950 µg/m³ am Arbeitsplatz.


VERSUCHE MIT RATTEN

27 Monate im NO2 - das ist die Durchschnittliche Lebenserwatung von Ratten - sie haben es dahin geschafft. Zitate (1 ml/m³=1000 µg/m³

„In tierexperimentellen Studien führte die chronische kontinuierliche Exposition (23 bis 24 Stunden pro Tag) gegen NO2-Konzentrationen von 5 ml/m3 und mehr zu Emphysemen, wie sie auch in der menschlichen Lunge beobachtet wurden

Es liegen mehrere Studien einer Arbeitsgruppe vor, in der Wistar-Ratten kontinuierlich (24 Stunden pro Tag) 1, 2, 4, 8, 12 oder 16 Wochen lang gegen 0; 0,4; 1,2 oder 4 ml NO2/m3 ... bzw. 4, 9, 18 oder 27 Monate lang gegen 0; 0,04; 0,4 oder 4 ml NO2/m3 ... exponiert wurden ...

Nach bis zu 16 Wochen langer kontinuierlicher Exposition von jeweils sechs Ratten pro Gruppe waren bei 0,4 ml NO2/m3 keine signifikanten Veränderungen zu beobachten ...

Nach bis zu 27 Monate langer Exposition von jeweils drei bis maximal sechs Ratten pro Gruppe war ab 0,04 ml/m3 die Ethanexhalation signifikant erhöht. Ab 0,4 ml/m3 war die mediane Dicke der Luft-Blut-Barriere nach 18 Monaten leicht, nach 27 Monaten signifikant erhöht ...

Bei 4 ml/m3 zeigten sich Hypertrophie und Hyperplasie des bronchiolären Epithels, Hyperplasie von Clara-Zellen, interstitielle Fibrose und Hypertrophie von Typ-I- und Typ-II-Zellen ...

Die Kommission wertet daher 0,04 ml/m3 als NOAEC und 0,4 ml/m3 als LOAEC. Umgerechnet von der 24-stündigen auf eine täglich 8-stündige Exposition entspricht die NOAEC von 0,04 ml/m3 einer Konzentration von etwa 0,12 ml/m3, die LOAEC von 0,4 ml/m3 einer Konzentration von etwa 1,2 ml/m3 ..."


VERSUCHE MIT MENSCHEN

1ml/m³ = 1000 µg/m³ - Grenzwert im Freien EU und Deutschland = 40 µg/m³ Jahresmittel im Dauermessegerät (Luftentnahme)

„... Im Folgenden wird die für die Ableitung des MAK-Wertes relevante Probandenstudie von Frampton et al. 2002 <http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/3527600418.mb1010244d0049/full>, die bereits in der Begründung 2003 erwähnt ist, ausführlich dargestellt. In dieser Untersuchung wurden 21 Probanden 3 Stunden lang unter körperlicher Belastung (alternierend 10 Minuten körperliche Belastung mit einer Ventilationsrate von 40 l/min und 20 Minuten ohne körperliche Belastung) jeweils in einwöchigem Abstand gegen 0; 0,6 und 1,5 ml NO2/m3 exponiert
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