Schlachten im Dreißigjährigen Krieg
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DIE SCHLACHT AM WEISSEN BERG (PRAG, 8. NOVEMBER 1620)
Schlacht am Weßen Berg -30jähriger Krieg
Die Heer der böhmischen protestnatischen Stände und ihres Königs, Friedrich von der Pfalz, unter Heerführer Friedrich I. von Anhalt - verbündet mit den Niederländischen Generalstaaten - gegen
ein Aufgebot aus spanischen, wallonischen und bayerischen Truppen (Katholische Liga, Herzog Maximilian von Bayern) unter den Heeführern Buquoy und Tilly. Die Stände unterliegen. Die Folgen: Ein brutales Strafgericht in Prag, Enteignung des protestantischen Adels, Kaiser Ferdinand wird als österreichischer Erzherzog König von Böhmen, das rekatholiziert wird und erblich an das Haus Habsburg fällt. Friedrich von der Pflaz kann fliehen. Es handelt sich um die einzige Schlacht im 30jährigen Krieg, deren Ausgang Besitzstände im Reich nachhaltig veränderte. Stich:
HOGENBERG GESCHICHTSBLÄTTER. Col.: Erich Plöger

VERLAUF

Augenzeuge Pfarrer Drexel am 8. November: „So begann das Geplänkel mit zwei Regimentern Fußsoldaten und den Reiterschwadronen. Den rechten Flügel hielten die Kaiserlichen, den linken die Bayern, und so begann um die zwölfte Stunde die Schlacht. Das Geplänkel dauerte über zwei Stunden, und auf beiden Seiten wurde auch mit größeren Geschützen geschossen. Als sich der Tag schon neigte, trafen beide Heere aufeinander. Innerhalb einer Stunde wurden die Feinde aus einer günstigen Position von uns vertrieben, in die Flucht geschlagen und vernichtet. Man nimmt an, dass auf Seiten der Feinde 4.000 gefallen seien. Die Überlebenden flohen und verstreuten sich. 500 wurden gefangen, unter ihnen der Sohn des Fürsten von Anhalt und zwei Grafen, der eine der Rheingraf und der andere Graf Schlick, zusammen mit einigen Anführern. Man glaubt, dass nur 50 der Unseren gefallen sind, etwa 100 wurden verletzt. Gott und die heiligen Engel haben die ihren nicht verlassen."

Der Oberbefehlshaber der Ständetruppen, Christian von Anhalt sieht in seinem Bericht die Gründe eher in den Niederungen des Wirklichen.

„Das Kriegsvolk vergaß wegen Nicht-Bezahlung allen Gehorsam und Respekt und geriet in Verzweiflung. Sie waren von dem Grafen Buquoy gewohnt, dass er nicht nachrückt, sondern einen Kanonenschuss entfernt anhält, und sich dann separiert. Die plötzliche Entschiedenheit war ihnen fremd und überraschte sie."

Herzog Maximilian von Bayern meldete stolze 10.000 tote Feinde nach Wien. So dankbar wollte Kaiser Ferdinand nun docht sein und ordnete eine Nachlese auf dem Schlachtfeld an. Ergebnis: 1.600 Leichen.
DIE SCHLACHT BEI WIMPFEN 6. MAI 1622
Eigentliche Abbildung und kurze Erzählung des zwischen den Kaiserlichen und Markgraf Durlach: und Mansfeld: und Pfälzischen Armeen den 26 April / 6. Mai Anno 1622 zwischen Wimpfen und Heilbronn halteten blutigen Schlacht und Hauptreffens
Schlacht bei Wimpfen - 30jähriger Krieg
Herr Markgraf von Durlach sich hat / mit seiner Armee oberhalb der Stadt / Wimpfen sich präsentiert und viel
Stück Geschütz mit sich geführt / Mit großem herrlichn Pomp und Pracht / eine schöne Wagenburg gemacht /
Don Cordia mit Tilli Mut / griffen an drauf ward viel Blut / Vergossen. Große Not anfing / das Pulver durch einen Schuss anging/ des Durlach Wagenburg wurd zersteut / der Markgraf gab die Flucht behend / Sein Gesschütz, Proviant und Munition / blieb im Stich mit viel Tuasend Mann / viele hohe Häupter auch dorteben / und Herzog Magnus ließ das Leben. HOGENBERG GESCHICHTSBLÄTTER. Col.: Erich Plöger
DIE SCHLACHT BEI HÖCHST AM MAIN AM 20. JUNI 1622
Schlacht bei Höchst - 30jähriger Krieg
Die Feldherren Tilly (Truppen der Katholischen Liga) und Cordoba (Truppen im Solde Spaniens) greifen bei Höchst am Main ein protestantisches Aufgebot unter Herzog Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel an und behalten die Oberhand. Theatrum Europaneum:

"Des Mittags sind die Ligistischen und Spanischen, 15 Regimenter zu Fuß um 20.000 und 140 Cornett Reiter um 6.000 stark, neben 18 Stücken Geschütz bei Frankfurt vorüber auf die Braunschweigischen gezogen, selbige Nacht diesseits der Nidda sich gelagert. Folgenden Tags hat der Herzog Christian seine Armee bei Höchst in Schlachtordnung gebracht."

DIE SCHLACHT: "Die Ligistischen sind auf die Braunschweigische Armada bei Höchst fortgerückt, wo dann ein hartes Treffen anfing, das etwa 6 Stunden lang dauerte. Die Ligistischen haben ihre 18 Stücke wie in einem Dreieck aufgestellt, und damit stark und mit Hagel (Steine oder Eisenstücke), wohl 24 Stück in einer Ladung, unter die Braunschweigische Reiterei geschossen, so dass dieselbe nicht recht ansetzen konnte. Die Braunschweigischen haben mit nur 3 Stücken wenig ausgerichtet. Ihr Fußvolk hat sich gewehrt, bis der Herzog auf Gutachten der Obristen den Rückzug befahl. Die ganze Armada kam in Unordnung, und ein jeder wollte bei der Flucht der erste sein. Da das Gedränge auf der Behelfsbrücke zu groß war, versuchten manche an tiefen Stellen zu übersetzen, wobei viele haben ersaufen müssen. So ist mehr Volk im Wasser als auf dem Land umgekommen." BAUERN UND FISCHER WERDEN REICH: "Herzog Christian kam mit fünf Cornett Reitern über den Main, wo das Wasser den Pferden nur bis an die Bäuche reichte. Die meiste Bagage ließen sie zurück, auch blieben viele im Morast stecken. Die Führer haben die Rosse ausgespannt und machten sich davon. So ist mancher Bauer zu einer stattlichen Beute gekommen. Auch haben die Fischer einen großen Reichtum erlangt, da sie bei den Toten den Main und Rhein hinab viel Geld, Ketten, Ringe und stattliche Kleidung bekommen." HOGENBERG GESCHICHTSBLÄTTER COL. PLÖGER

SCHLACHT BEI STADTLOHN AM 6. AUGUST 1923
Schlacht bei Staftlohn - Dreißigjähriger Krieg
Das Ligaheer ist mit 33.000 Mann in der Übermacht. Ein Flugblatt:

„ Herzog Christian hat sich über die Weser durch die Grafschaft Lippe ins Stift Münster begeben, um in die Niederlande zu marschieren. Dieser Armada ist der Graf Tilly durch das Stift Paderborn unaufhörlich Tag und Nacht gefolgt und am 5. August die Nachhut bei Steinfurt erreicht und bis in die Nacht scharmütiert. Inzwischen ist die Braunschweigische Armada nicht weit von Ahus angelangt und hat sich auf einer Heide in Schlachtordnung sehen lassen"

Die Schlacht bei Stadtlohn

Die Braunschweiger konnten sich nicht halten und zogen sich auf den Lohner Bruch bei Stadtlohn in der Nähe der Grenze nach Holland zurück. Das Flugblatt:

„Da kam es um 3 Uhr zum Haupttreffen. Es sind anfänglich etliche Schüsse aus Groben Stücken geschehen, darauf erfolgte der Angriff, in dem sich die Braunschweiger zunächst gut gehalten, aber bald in großer Unordnung in die Flucht geraten, obwohl der Herzog und die Obristen die Soldaten um Gottes willen gebeten haben, sie sollten sich wohl halten. In dieser Unordnung hob ein gräuliches Metzeln an. Als General Tilly des Sieges sicher war, hat er geboten, niemanden mehr umzubringen Es sollen 8.000 auf der Wallstatt geblieben sein, an die 4.000 wurden gefangen."

Andere Quellen gaben 6.000 tote Braunschweiger an und 1.700 Tote auf der anderen Seite. Das Theatrum über die Beute:

„Alle Munition, viele hundert Wagen und Rosse, Geld, Sack und Pack, Harnisch und Gewehre in großer Menge, sonderlich 2 halbe Cartaunen, 5 gemeine Stück, 4 Mörsel. 3.000 Zentner Pulver und Lunten, in 70 Fahnen, 9 Cornett und 2 Silberwagen wurden erbeutet. Unter den Gefangenen sind gewesen: Herzog Wilhelm von Sachsen Weimar, Herzog Friderich von Sachsen Altenburg, Graf von Isenburg, ein Graf von Witgenstein, Graf Schlick, samt vielen anderen Obristen und Befehlshabern, welche nach Österreich geführt wurden, wo sie später teils durch Lösegeld, teils durch andere Mittel wieder losgekommen sind. Der verwundete junge Graf von Turn hat sich mit Herzog Christian und der meisten Reiterei die ganze Nacht retiriert und sich auf Arnheim begeben."
SCHLACHT BEI DESSAU AM 25. APRIL 1626
Schlacht bei Dessau - Dreißgjähriger Krieg
Wallenstein firmierte bei drei großen Schlachten als Feldherr. Die an der Dessauer Brücke ist die einzige, aus der er eindeutig als Sieger hervorging. Theatrum:

„Die Mansfeldischen fielen am 25. April 1626 des Morgens früh ein Außenwerk vor der Schanze mit Macht an. Es geschah ihnen solche Gegenwehr, dass sie mit Verlust abgeschlagen wurden. Aber es blieb nicht dabei. Noch am Vormittag ließ der von Friedland die Reiterei in großer Stille über die Brücke ziehen und in ein kleines Gehölz einen Hinterhalt legen. Die Mansfeldischen hatten sich in ihre Schanzen und Laufgräben zurückgezogen. Als durch das Schießen ihre Munitionswagen angezündet wurden, mussten sie sich auf das bloße Feld heraus begeben. Darauf setzten die Friedländischen aus dem Gehölz hervor und griffen die Mansfeldischen von beiden Seiten an. Selbige wehrten sich eine Weile tapfer, so dass die Victori ziemlich zweifelhaft stand. Endlich aber wurde die Mansfeldische Reiterei übermannt und in die Flucht geschlagen, worauf dann auch das Fußvolk, so 4 Regimenter stark teils gefangen, teils niedergehauen wurde. Die Gefangenen mussten sich später den Kaiserlichen unterstellen. Unter denen so umgekommen, deren Anzahl auf 3.000 Mann geschätzt wurde, waren drei Obristen. Unter den Gefangenen der Obrist Kniphausen. Den Friedländischen wurden 30 Fahnen, 7 große Stücke, 2 Mörser, neben aller noch vorhandenen Munition, zu Teil, haben aber doch der ihrigen auch dabei an 1.000 Mann verloren. Der von Mansfeld hat sich mit der Reiterei in die Mark Brandenburg zurückgezogen."
SCHLACHT BEI LUTTER AM 27. AUGUST 1926
Schlacht bei Lutter - 30jähriger Krieg
In der Schlacht bei Lutter am Barenberge besiegten die Aufgebote der Katholischen Liga unter Johann t'Serclaes von Tilly das Heer des Niedersächsischen Kreises und Dänemarks unter König Christian IV. Mit dem Separatfrieden von Lübeck 1629 wurde dänisch-niedersächsische Teikonflikt des Dreißigjährigen Krieges beendet.

DIE SCHLACHT BEI LUTTER. Theatrum und Tilly gleichlautend:

„Als der General Tilly ihm gegen Abend so nahe gekommen, ist er in voller Schlachtordnung von einem Berg auf den anderen fortgerückt."

Tillys Bericht erschien nach der Schlacht im Druck. Der Autor des Theatrum hat ihn streckenweise wörtlich übernommen. Um den Übergang in eine regellose Flucht zu verhindern, stellten sich die Dänischen beim Dorf Lutter zur Schlacht. Weiter Theatrum, fast identisch mit Tilly.

„Sie haben also den 27. August die vorteilhafte Stellung etliche Stunden lang gehalten, sich aber nach der Mittagszeit herfür getan und zum Fechten präsentiert, so dass beide Armeen aneinander gerieten."

Tilly legt Wert darauf, einen starken Feind überwunden zu haben:

„Der Anfang hat sich zu diesseitiger Victori sehr dubios erzeigt, zumal der Feind mit beständiger Tapfer- und Mannhaftigkeit darein gesetzt..."

Im „neutralen" Theatrum sind nicht die Feinde, sondern die Dänen tapfer:

„ Die Dänischen haben... sich dermaßen herzhaft erzeigt und gefochten, dass auf der Tillyschen Seite von Offizieren, Reitern und Knechten nicht wenige zum Teil verwundet und zum Teil auf der Wallstatt des Todes worden."

Tilly, fromm über den Ausgang der Schlacht:

„So hat doch der Allmächtige seine göttliche Gnade, ohne Zweifel in Respekt der gerechten Sache, so weit scheinen lassen, dass der Feind vernichtet und überwunden wurde."

Das war dem Protestanten Abelin, der das Theatrum kompilierte, doch zu katholisch. Er schrieb statt dessen:

„Obwohl auch der König sein Volk zum dritten mal selbst angeführt, ist doch endlich die Victori auf der Tillyschen Seiten gefallen und die Dänischen sind zertrennt und in die Flucht geschlagen worden."

Das Denkmal zur Schlacht findet man auf einem Parkplatz linker Hand an der Straße von Seesen nach Lutter. Im Heimatmuseum von Lutter gibt es eine Ausstellung.

DIE VERLUSTE

Unter den Toten fanden die Sieger Christians General Fuchs und den Landgrafen Philipp, den Sohn des hessischen Landgrafen Moritz. Das Theatrum zählt zwei weitere tote und mehrere gefangenen Obristen und hohe Beamte auf und fährt fort:

„Der König hat sich mit seiner Reiterei auf Wolfenbüttel zurückgezogen und sein Volk wieder versammelt. Bei der Generalmusterung wurde befunden, dass an 4.000 Mann zu Fuß mangelten, so teils gefangen, teils auf der Wallstatt geblieben waren. Die Kaiserlichen gaben vor, sie hätten nur 200 Mann verloren, wiewohl die Anzahl ihrer Toten größer war."
DIE SCHLACHT AM LECH AM 15. APRIL 1632
Delineation des Treffens am Lech, welcher Gestalt der König in Schweden über selbiges Wasser kommen und den Herzog in Bayern neben dem Grafen von Tilly in die Flucht geschlagen
Schlacht am Lech -30jähriger Krieg
Auf Befehl Königs Gustav Adolfs besetzte Horn das Bistum Bamberg, am 10. Februar die Stadt Bamberg. Tilli brach am 23. Februar mit 20.000 Mann von Nördlingen auf, zog durch die Oberfalz, traf am 9. März in Bamberg ein und vertrieb die Schweden, die 3.000 - 4.000 Mann verloren. Gustav Adolf verließ am 15. März Frankfurt, zog über Aschaffenburg den Main entlang in Eilmärschen nach Franken, und hielt seinen Einzug in Nürnberg unter dem Jubel der Bevölkerung (31. März); Tilli wich der Übermacht, zog durch die Oberpfalz nach Ingolstadt (3. April), dann über die Donau gegen Rain und Donauwörth und, zur Abwehr des Übergangs der Schweden, an den Lech; 15. April Schlacht am Lech, Verwundung Tillis. Rückzug mit Maximilian nach Ingolstadt (18. April), Tillis Tod 30. April. Der Schwedenkönig ließ in Augsburg, nach Kapitulation der Kaiserlichen, eine schwedische Besatzung zurück und wandte sich gegen Ingolstadt; nach Erfolglosigkeit der Belagerung zog er über Landshut nach Freising, von da nach München, wo er am 17. Mai über Gasteig einrückte. Drei Wochen später schlug er den Weg gegen Schwaben ein und nahm Memmingen. Allein Wallensteins Fortschritte nötigten ihn zur Umkehr nach Nürnberg, das er am 18. Juni erreichte. Wallenstein zog mit überlegenem Heere über Amberg nach Neumarkt, wo er ein schwedisches Regiment aufrieb, dann über Schwabach gegen Nürnberg, wo er am 16. Juli bei Fürth sein Lager aufschlug.
SCHLACHT BEIM ALTEN BERG AM 24. AUGUST / 3. SEPTEMBER 1632
Wallenstein (der Friedländer) versus König Gustav Adolf
Abriss des harten Treffens welches am Alten Berg unfern von Nürnberg zwischen der königlich-schwedischen un der friedländischen und bayerischen Armeen am 24. August vorgegangen
Kein entscheidender Ausgang. Schwere Verluste auf beiden Seiten. Theatrum Europaeum. (Abelin benutzte einen schwedischen Bericht über die Schlacht bei Nürnberg/Zirndorf):

Dann sind auf Befehl des Königs sobald in sechzig Stück Geschütz vor das friedländische Lager geführt worden, und ein so grimmiger Angriff geschehen, dass es nicht genugsam mag beschrieben werden. Der Herzog von Friedland hat bei solchen Dingen sein Volk zurückgehalten und sich allein mit dem Geschütz defendiert. Es ist ein solches Schießen, Donnern und Krachen von Stücken und Musketen gewesen, dass, wenn das friedländische Lager nicht in allzu großem Vorteil auf den Höhen gelegen, alles ineinander hätte brechen müssen. Der ganze Berg war voller Feuer und Rauch, also dass man davor endlich das Lager nicht mehr sehen können. Dieser Angriff wurde vom schwedischen Fußvolk regimentsweise durchgeführt und währte in zehn Stunden lang, bis endlich die Nacht eingefallen und der Schiedsmann geworden. Die Schwedischen konnten die Friedländischen und Bayerischen nicht aus ihrem Vorteil, hingegen sie die Schwedischen nicht aus dem Feld bringen. Die Reiterei hatte wegen des Gehölzes keinen Platz zum Fechten. Als das cronbergische Regiment (mit der besten Reiterei auf des Feindes Seite) trotzdem einen Angriff versuchte, haben die finnländischen Reiter es so empfangen, dass es ganz geschlagen wurde und der Obrist Cronberger zu Tode kam. Worüber die Finnen so nahe unter die friedländische Stellungen kamen, dass sie sich mit einer Redute verschanzen konnten. So gewann auch Herzog Bernhard von Weimar einen Posten an der Höhe, gegenüber dem alten Berg. Er konnte keine Stücke heraufbringen, sonst hätte er von da aus das ganze friedländische Lager in Konfusion bringen können."

SCHWERE VERLUSTE AUF BEIDEN SEITEN

Weil nun die Schwedischen im freien Feld haben fechten müssen, sind ihrer bei diesem Angriff über zweitausend umgekommen und viele verwundet worden. Unter den Gebliebenen sind die vornehmsten gewesen Obrist Major Boetius und Obrist Leutnant Scepter. Unter Herzog Wilhelm von Sachsen: Obrist Leutnant Mackin. Unter Landgraf Wilhelm von Hessen: Rittmeister Crailsheim, Rittmeister Moritz von der Malsburg. Dazu noch etliche Kapitäne, Leutnante und andere Offiziere. Verwundet wurden Obrist Rossstein, Obrist Pforte, Graf von Erbach, Graf von Castell, Graf von Eberstein, der junge Graf von Thurn, neben etlichen Rittmeistern, Kapitänen und andern Offizieren samt etlichen 100 gemeiner Soldaten, die alle in und außerhalb Nürnbergs in die Lazarette gelegt und allda kuriert worden sind. Gefangen wurden Leonhard Thorstensohn, General über die Artillerie, Obrist Erichhand, 2 Obrist Leutnante und etliche andere Offiziere und gemeine Soldaten. An friedländischer und bayerischer Seite sind umgekommen Graf Jacob Fugger, Obrist Aldobrandini, Obrist Don Maria de Caraffa, neben noch zwei andern Obristen, und nach der Gefangenen Aussage an die 60 hohe und niedere Offiziere und an die 2.000 gemeine Soldaten. Auch wurden drei Fähnlein verloren und eine große Anzahl Volks verwundet, daneben auch viel gefangen. Dem Herzog von Friedland, wie auch Herzog Bernhard von Weimar, wurden die Pferde unter dem Leib erschossen, auch dem König an dem rechten Fuß bei der großen Zehe ein Stück von der Sohle am Stiefel durch einen Schuss weggenommen."
DIE SCHLACHT BEI LÜTZEN AM 16. NOVEMBER 1632
König Gustav von Schweden gegen Albert Wallenstein, Feldherr und Kriegsunternehmer im Dienst Kaiser Ferdinands und der Katholischen Liga. Details Stich und Verlauf
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Schlacht bei Lützen -30jähriger Krieg