Einseitige Wohltaten

Die Frankfurter Rundschau gibt dem Bauherrn Daniel Korn die Gelegenheit, der Marktwirtschaft ein Loblied zu singen und sein Werk, den Umbau Oberlindau in höchsten Tönen anzupreisen. (Fr vom 22. Februar). Etwas viel PR aber das darf die FR. Korn sagt: „Ich spiele mich nicht als Samariter auf." Hat ihm ja auch niemand unterstellt. Auch niemand von ihm verlangt. Er dagegen aber verlangt allerhand Mitmenschlichkeit von den belästigten Anwohnern. Die sollen Nachteile hinnehmen, ohne am Gewinn beteiligt zu sein. Also ihm etwas schenken. Der Investor behauptet, einen Sozialwohnungsbau hätte hier niemand gewollt. Wen hat er gefragt? Alle die ich hier gefragt habe, hätten lieber neue Nachbarn die einen Golf fahren und keinen SUV oder Porsche. Sogar ein Kopftuch tragen. Also deren Hauptsorge es nicht ist, wo sie ihr Geld anlegen sollen, das in der Schweiz nicht mehr vorm Fiskus sicher ist. Wie wäre es mit diesem Vorschlag: Er nimmt statt 14.000 Euro 20.000 pro qm und subventioniert damit in drei oder vier Etagen Wohnungen, die sich Normalverdiener leisten können. Dann sage ich Mal für mich, nehme ich die Baustelle klaglos hin. Samariter halt. Immerhin hat die FR einen Leserbrief in dieser Sache veröffentlicht.

Fotografieren verboten.

(Leserbrief am 6. März in der Frankfurter Rundschau zum Thema Wohnungsbau: Ich bin kein Samariter. FF vom 22. Februar

Mit seiner Selbstdarstellung und seinem Projekt "Oberlindau 76 & 78/Onyx" stellt sich Herr D. Korn' kein Ruhmesblatt aus. Die Samaritergeschichte lässt sich im Neun Testament nachlesen. Um es kurz zu machen, es geht dabei um die Frage: Wer ist mein Mitmensch?
In einem Punkt hat Herr Korn allerdings recht. Der Büroturm hätte so nie gebaut werden dürfen. Er war von Anfang an ein Fremdkörper im Westend. Dafür wurden in den 1960er Jahren Reihenhäuser in einem geschlossenen Wohnviertel abgerissen. Mit seiner marktwirtschaftlichen Ideologie und seiner Praxis völlig überzogener Preise (6,4 Mio, Euro für eine Wohnung, bzw. 14000 Euro für den Quadratmeter) sprengt er das bisher übliche und bereits völlig überteuerte Frankfurter Marktgeschehen. Und dies in einer Zeit von knappem Wohnraum. Im Westend gibt es seit vielen Jahren reichlich Protest der Bürgerinitiativen siehe deren Forderungen nach Milieuschutz, erneutem Verbot für Wohnraumzweckentfremdung, gegen Leerstand in Wohnhäusern und Mietervertreibung.. Natürlich ist hier auch in erster Linie die Politik im Magistrat und im Land Hessen gefordert, die diesen Herren Investoren bereitwillig den roten Teppich ausbreiten.

Herr Korn irrt, wenn er darauf verweist, dass die künftige Eigentümer des Onyx hier Einkommensteuer bezahlen werden. Die künftigen 1000 EZB-Banker als mögliche Kaufinteressenten tun dies nicht, da sie ihre Steuern an die EU entrichten müssen. Auch die Leute, die aus Altersgründen aus dem Taunus in die Stadt ziehen müssen, haben sicher nicht die finanziellen Möglichkeiten, es sei denn, sie haben bisher in einem schlossähnlichen Anwesen gewohnt. Etliche von diesen suchen übrigens eine Wohnung zur Miete.

Die Baustelle ist ein Ärgernis

Schon jetzt zu Baubeginn ist Baustelle ein Ärgernis. Am edeln Bauzaun ist von einem Sperrgebiet die Rede. Fotografieren verboten. Das kennt man eigentlich nur von Militäranlagen. Die Telemannstraße ist zur Hälfte gesperrt. Ein Ärgernis für Anwohner und Geschäftsleute, die sich auch bei der Stadt beschwert haben. Der Baulärm ist unerträglich, zumal das Nachbargrundstück Nr. 80 schon für reichlich Lärm gesorgt hat. Die Westendbewohner leiden schon lange unter dem stark zugenommenen Baulärm. Was nutzt ein Garten für die Bewohner, wenn auch hier wider gegen die Vorgartensatzung verstoßen wird. Mit deinem Onyx veredelt Herr Korn auch die Grundstückspreise im Westend, die wiederum die Mietspiegel dieser Stadt beeinflussen, der ohnehin bundesweit seinesgleichen sucht, Hilde Hess, Frankfurt.