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K. T. zu Guttenberg (ZG) hat nicht einfach abgeschrieben oder aus Webseiten kopiert, er hat die Texte mit Bedacht bearbeitet. Dieses Verfahren wendet er in der ganzen Arbeit an, es hat Methode, dafür muß er sich entschieden haben. Eindeutiger Vorsatz. Permanent kopieren und bearbeiten, über Jahre hinweg, das vergisst man auch nicht. Die unterstrichenen Stellen hat ZG zum Gesamtwerk selbst beigetragen.
Seite 15
Ein Zitat übersetzt anzubieten, ist in einer Dissertation unüblich. Und ZG übersetzt zudem nicht selbst, er kopiert eine Übersetzung. Dafür offenbart er in der Fußnote seine Quelle: http://www.examen-europaeum.com/EEE/pdf/Ideen.pdf Wissenschaftlich zitieren geht anders. Erkennbar für die Prüfer Das Buch betreffend ist auch eine Übersetzung urheberrechtlich geschützt, die Übernahme müßte also honoriert werden.. Aus dieser Quelle hat ZG auf Seite 53 dann noch 16 Zeilen wörtlich ohne Angabe der Quelle übernommen.
"Das Experiment einer großräumigen Republik" Dr. Barbara Zehnpfennig, F.A.Z, 27.11.1997
Gestrichelter Einschub siehe unten
Vgl. F. Laubenberger, Ringmann ... Die Prüfer hätten sich sich mit dem Vergleichen schwer getan. Die Fundstelle ist nicht korrekt angegeben, es fehlen die Seitenzahlen. Richtig wäre: Aus: Erdkunde. Archiv für wiss. Geogr. Bd. 13.1959, Lfg. 3, S. 163-179. Erkennbar für die Prüfer
Hofmeister, Burkhard: Nordamerika, Fischer Länderkunde, Bd. 6, S. 17
Text
Promotionsordnung der Uni Bayreuth: "Die benutzte Literatur und sonstige Hilfsquellen sind vollständig anzugeben; wörtlich oder nahezu wörtlich dem Schrifttum entnommen Stellen sind kenntlich zu machen".
Wie bedacht ZG den Hofmeister-Text bearbeitet hat, wird durch den gestrichelten Einschub deutlich. Er benutzt die Fußnote des Plagiirten.
Dr. Barbara Zehnpfennig, F.A.Z, 27.11.1997
Original Guttenberg, Einfügungen (OGE):
weiterhin & erscheint es angebracht (für Zehnpfennig: ist es verlockend) & und Grundfragen & zu ermitteln
Ludger Kühnhardt, Weichenstellungen und Auswirkungen, Seite 10
http://www.zei.de/download/zei_dp/dp_c124_zei.pdf
OGE: Szenenwechsel, & wurde (für wird), Die Vorgeschichte ... des Konvents, der erste Absatz, den ZG sich selbst abgerungen hat.
Ludger Kühnhardt, Auf dem Weg zu einem europäischen Verfassungspatriotismus ...
In: NZZ 16.07.2004, Seite 9
http://dl.dropbox.com/u/12840704/nzz-gutt.pdf
Niklas Görlitz, Europäischer Konvent und der Konvent von Philadelphia ... , Berlin, Oktober 2003, Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste
Dr. Günter Burghardt, Die Europäische Verfassungsentwicklung ... Seite 2
http://www.whi-berlin.de/documents/burghardt.pdf
Aus in den USA perzipiert werden macht ZG welche Perzeption ... in den USA erfährt
Zu Görlitz, Kürzungen von ZG unterstrichen: "Nicht nur die spezielle Bezeichnung des bis Juli dieses Jahres mit der Ausarbeitung des Entwurfs eines Vertrags über eine Verfassung für Europa befassten Gremiums als "Europäischer Konvent" weckt Assoziationen mit den aus der Geschichte bekannten verfassunggebenden Versammlungen wie etwa dem mit der Ausarbeitung der amerikanischen Bundesverfassung befassten "Konvent von Philadelphia". Auch das nun vorliegende Ergebnis der Konventsberatungen, das landläufig als "EU-Verfassung" bezeichnet wird, scheint eine derartige historische Parallele zur amerikanischen Bundesverfassung aufzuweisen."
Dr. Günter Burghardt, Die Europäische Verfassungsentwicklung ...
Die Annahme (Burghardts, die USA teilten das europäische Interesse) ... führt (mittlerweile) allerdings zu weit. ZG hätte hier zitieren müssen, statt Burghardts Text als den seinen auszugeben.
Eindrucksvoll steht bei Burghardt am Satzende. das feinsinnige Wortspiel: Burghardt: symbolhaftes Wortspiel
Wilhelm Weege, Die Rolle der USA im europäischen Einigungsprozess bis zum Ende des Ost-West-Konflikts, Berlin, Oktober 2005, Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste


Niklas Görlitz, Europäischer Konvent und der Konvent von Philadelphia ...
Gret Haller, Recht - Demokratie - Politik ... München, 2003, Katholischen Akademie in Bayern. http://www.grethaller.ch/2003/kath-ak-muenchen.html
Kopierte Texte mit Sachverstand bearbeitet
Die Beispiele zeigen, dass ZG die Texte anderer nicht geändert hat, um die Herkunft zu verschleiern. Das hielt er offenbar nicht für nötig. Er ändert, weil er ja durchaus seinen eignen Kopf hat, seinen eignen Geschmack. Er kürzt geschickt, ändert im Sinn seiner politischen Vorstellungen, verbessert oft sprachlich. Um sich vor der WEB-Suche zu verstecken, muß man jeden Satz stark ändern und die Sätze umstellen. Da kann man den Text auch gleich selbst verfassen. Dass ein längerer elaborierter Satz in der Literatur und im Netz wortgleich mehr als einmal vorkommt, ist extrem unwahrscheinlich. Daher hatten die Plagiatsermittler von GuttenPlag Wiki leichtes Spiel. Um fündig zu werden genügt oft sogar ein Satzfragment. Der von ZG übernommene Halbsatz Burghardts "Die konstitutionelle Fortentwicklung Europas", führt bei Google zu 7 Treffern. 4 Treffer erzeugt GuttenPlag Wiki. Treffer 5 führt zu

FCE 4/02 Dateiformat: PDF ... Die konstitutionelle Fortentwicklung Europas betrifft die USA als wichtigsten Partner der Europäischen Union ... www.whi-berlin.de/documents/burghardt.pdf

Zwei weitere Treffer führen zum Buch von ZG URLs als Quelle anzugeben, ist in einer wissenschaftlichen Arbeit höchst problematisch, weil das Verweilen der Webseiten im Netz zeitlich begrenzt ist. Ist die Seite gelöscht, ist die Quellenangabe für Studenten wertlos. Sie benötigen die üblichen Angaben: Autor, Titel Werk, wie wo wann erschienen, Seite um selbst korrekt zitieren zu können.
Für ZG war es geradezu waghalsig, als Fundstelle die URL anzugeben. Hätten die Prüfer den Link aufgerufen, hätte in kurzer Textvergleich das Plagiieren offenbart. ZGs Link führt übrigens zu Meldung "veraltet" und zu der neuen URL. Mut kann man ZG nicht absprechen. Zu Victor Hugo (Seite 15) gibt als Quelle http://www.examen-europaeum.com/EEE/pdf/Ideen.pdf an. Die war für ZG leicht auffindbar. Themabedingt musste er referieren, wie sich die Idee von einem vereinten Europa historisch entwickelt hat. Er ruft Goggle auf, gibt ein Vereintes Europa Ideen und findet auf Platz 1

Ideen zur Einigung Europas
Dateiformat: PDF ... Dabei lässt sich nicht leugnen, dass die Idee eines vereinten Europa ... http://www.examen-europaeum.com/EEE/pdf/Ideen.pdf

Da findet er nicht nur die Sätze von Victor Hugo. Auf Seite 53 ist es soweit. Es wird historisch. ZG wird fündig
ZG verbannt auf Seite 53 die ältere Ideengeschichte in eine Fußnote, kopiert eins zu eins:
... Napoleon Bonaparte (er schreibt 1816 auf seiner Verbannungsinsel St. Helena in sein "Mémorial de Sainte Hélène": "Eine meiner Lieblingsideen war die Zusammenschmelzung, die Vereinigung der Völker, die durch Revolution und Politik getrennt worden waren." Es sei vor allem sein Wunsch gewesen, eine "association européenne" zu verwirklichen; sie hätte dem Kontinent Wohlstand und Glück gebracht, nicht zuletzt auch ein gleiches System in ganz Europa: "un code européen, une cour de cassation européenne").
ZG, Seite 53, Fußnote. Für das Napoleon-Zitat fehlt die Angabe, wo abgedruckt. Wußte ZG aber nicht, weil seine Quelle es verschweigt. Die Prüfer hätten das bemängeln müssen
aber auch K. Marx (er teilte etwa die Überzeugung Hegels, dass Westeuropa der fortgeschrittenste und begabteste Teil der Welt sei, also der einzige, der reif wäre, die Zukunft der Menschen zu formen. Marx begrüßte die freiheitlichen Bewegungen beispielsweise der durch das russische Joch unterdrückten Polen als "dialektische" Etappe zur Einigung Europas in einer klassenlosen Gesellschaft. Freilich war er überzeugt, dass die europäische Einigung niemals vom liberalen Bürgertum oder von Idealisten von der Art Mazzinis herbeigeführt werden könnte, sondern nur durch das Proletariat).
ZG, Seite 53, Fußnote
Vgl. auch die wichtigen Impulse von I. Kant (er betont in seiner Schrift "Zum ewigen Frieden" (1795) die Notwendigkeit, einen Bund der Nationen zu schaffen und entwirft ein "Bundes-Europa"), G.F. Hegel und F.W. Schelling. Weitergesponnen wurden diese Gedanken (von der Überlegenheit Europas) etwa von A. Comte. Siehe sodann auch die Schriften von J.K. Bluntschli, K. Frantz,
ZG, Seite 53, Fußnote
G.F. Hegel und F.W. Schelling stehen einfach so da, kommentarlos. Keine Idee? ZG will den Prüfern offenbar damit sagen, dass er auch deren Werke studiert habe.

Wie auch immer. Nicht nur ZG hatte leichtes Spiel bei seiner Recherche, sondern auch seine Verfolger. Ein eher einfacher Satz wie "einen Bund der Nationen zu schaffen" aus VGs Fußnote führt über Google nur zu 20 Treffern. Der erste nach den erst durch GuttenPlag Wiki erzeugten Einträgen führt zur Quelle Ideen zur Einigung Europas. Geht in Sekunden. Trotzdem gab es Meldungen wie diese:

Faz.net 24. Februar 2011 2011-02-24 21:50:09
Niemand konnte damit rechnen, dass die Universität Bayreuth Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg den Doktorgrad so rasch entzieht. Nach der Bundestagsdebatte über die Plagiatvorwürfe in dessen Dissertation teilte die Promotionskommission der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät am Mittwochabend nach einer zwei Tage dauernden Sitzung mit, dass sie beschlossen habe, den Doktorgrad zurückzunehmen. „Die benutzte Literatur und sonstige Hilfsquellen sind vollständig anzugeben; wörtlich oder nahezu wörtlich dem Schrifttum entnommen Stellen sind kenntlich zu machen", heißt es in der Promotionsordnung der Fakultät. Die Kommission habe sich davon überzeugt, dass „Guttenberg gegen diese wissenschaftlichen Pflichten in erheblichem Umfang verstoßen hat", heißt es in der Begründung.


Es war damit zu rechnen. Auch ohne auf
GuttenPlag Wiki zurückzugreifen, konnte eine von der Kommission beauftragte Hilfskraft in ein paar Stunden per Google genügend Plagiate dingfest machen, um eine Aberkennung des Titels zu rechtfertigen. Der Kommission bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als das von GuttenPlag Wiki dokumentierte Ausmaß der Übernahme urheberrechtlich geschützter Texte zu bestätigen. Kein Textdokument wurder je gründlicher und durchforscht als zu Guttenbergs Kompilation. Von Leuten, die etwas vom Handwerk verstehen. Mittels GuttenPlag Wiki läßt sich auch ermitteln, welche Honorare nach der Veröffentlichung als Buch den plagiirten Autoren zustehen. Zu verteilen ist eine vierstellige Summe.