Selbstmord der Tainos um der Sklaverei zu entgehen.
Selbstmord der Tainos
Die Ausrottung der Tainos auf Haiti noch unter Kolumbus, heute sind die Bezeichnungen Genozid und ethnische Säuberung in Gebrauch, aber nur selten dafür. Die Gebildeten waren damals relativ gut informiert. De Bry, AMERICAE, 1495, nach Pietro Martire

Die Indianer können der Spanier Tyrannei nicht länger ertragen und erwürgen sich selbst. Da aber die armen Einwohner (Españolas) sahen, dass sie mit ewigen und leidvollen Arbeiten und Peinigungen unterdrückt und geplagt wurden, und solchen Jammers und Elends kein Ende wäre, oder keine Hoffnung mehr hatten, ihre alten Freiheiten wieder zu erlangen, wehklagten und schrieen sie früh und späht und alle Augenblicke und wünschten sich freiwillig den Tod. Daher waren viele unter ihnen, die verzweifelten an ihrer Hoffnung und liefen hinaus in die finsteren Wälder, erhenkten sich selbst, doch brachten sie zuvor mit ihren eigenen Händen ihre Kinder um und sagten, es wäre ihnen viel besser und heilsamer, dass sie einmal stürben, als dass sie allzeit ein solch armselig Leben führen und solchen schrecklichen und unbarmherzigen gräulichen Tyrannen immer und ewig sollten dienen ... Die schwangeren Weiber, wenn sie nahe der Geburt waren, aßen sie ein Kraut, das brachte die Frucht und das Kind im Mutterleib um, welches sie darum taten, damit sie den Spaniern keine Kinder gebärten. Es folgten auch viele Männer ihren Fußstapfen nach und erwürgten sich selbst mit dem Strang, Über das fand man in vielen Orten und Gassen viele tote Indianer, die sich von hohen Hügeln herab zu Tode gestürzt hatten. Etliche fielen in das Meer und andere fließende Gewässer und ersäuften sich. Etliche brachten sich durch freiwilligen Hunger um, nur damit sie aus der Welt kämen.

(leicht modernisiert)

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