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3 Frauem töten und essen sich danach gegenseitig.Dr. Vincent, Lamentations of Germany
Peter Milger - Gegen Land und Leute - der dreißigjährige Krieg

(17) Prager Frieden - Krieg der Großmächte

Frankreich erklärt Spanien den Krieg * Das Reich erklärt Frankreich den Krieg * Schweden mischt weiter mit * Die Schlacht bei Wittstock * Kaiserliche Armee bedroht Paris * Klagen über entsetzliche Not * Schlacht Wittenweyer * Treffen Ziegenhain * Schlacht Schweidnitz * Terffen Jankau * Schlacht Zusmarshausen


So komisch es klingt: der dreißigjährige Krieg war mit dem Friedensschluss in Prag war nach 17 Jahren eigentlich beendet. Als die Menschen schon kurz nach dem Westfälischen Frieden vom „dreißigjährigen Krieg" sprachen, wollten sie lediglich die Dauer des Leidens charakterisieren. Der Rothenburger Chronist Sebastian Dehner notierte Anfang Januar 1650:

„Nun fängt in Gottes Namen an, das FREUD- und Freudenjahr, in welchem nach ausgestandenem 30. Jährigen Krieg das Teutsche Land wieder Frieden erlangt..."

Was 30 Jahre währte, war die kontinuierlich zunehmende Verheerung von Land und Leuten. Nach den Ursachen sortiert gehört der Krieg von 1618 bis 1635 aber zu den Hugenottenkriegen in Frankreich und dem Spanisch-Niederländischen Krieg. Ihnen ist gemeinsam, dass sie durch das Auftreten von oppositionellen Lagern oder Parteien ausgelöst wurden. Im Reich hatte die Säkularisierung der geistlichen Güter und die konfessionelle Spaltung der Stände eine Verfassungskrise verursacht, die vom Augsburger Religionsfrieden nicht gelöst wurde. Nach 13 Jahren Krieg hatten sie es 1635 geschafft. Die neuen Regelungen über die säkularisierten geistlichen Güter waren ohne „Vorbehalte" erfolgt und gewährten damit Rechtssicherheit. Verlierer waren vor allem die Protestanten im Königreich Böhmen, die Erben der Pfalz und die potentiellen Nutznießer einer vollständigen Restitution der geistlichen Güter. Aber niemand konnte es wagen, daran etwas mit Gewalt zu ändern, nachdem alle Stände dem Prager Frieden beigetreten waren. Mit anderen Worten: Es gab nicht nur keinen Krieg mehr zwischen Ständen des Reichs, es gab auch keinen Grund mehr dafür.

DIE POTENTATEN MACHEN WEITER

Der Krieg in Deutschland war von 1635 bis 1648 ein ganz gewöhnlicher Krieg zwischen Frankreich und Schweden auf der eine Seite und dem Reich und Spanien auf der anderen. Spanien war vor allem involviert, weil es gegen Frankreich und die freien Niederlande Krieg führte. Frankreich wollte mit Schweden zusammen Spanien-Habsburg klein halten und war auf die linksrheinischen Reichsterritorien scharf. Schweden wollte nach wie vor Pommern und die Erstattung der entstandenen Kriegkosten. Die Mehrheit der Reichstände wollte vor allem die Entfernung, Entlassung oder Vertreibung der Söldnermassen, auch um den Preis territorialer Zugeständnisse. Aber Spanien, Frankreich und Österreich-Habsburg beharrten unbeweglich auf ihren Positionen.

KRIEGSERKLÄRUNG ZUM ERSTEN

Am 19. Mai erklärte Frankreich Spanien den Krieg.
Richelieus Ziel war die Zerschlagung der spanischen Niederlande (zusammen mit den freien Niederländern) und die Eroberung des Herzogtums Mailand (zusammen mit Savoyen).

SCHWEDEN BLEIBT KRIEGSPARTEI

Oxenstierna besuchte im Herbst 1635 seine Verbündeten in Den Haag und Paris, residierte eine Weile in Wismar und zog sich schließlich im Juli 1636 nach Stockholm zurück. Er ließ über seine Diplomaten in Wien ausrichten, er sei zu Reduzierung seiner Forderungen bereit, aber der Kaiser wollte keine einzige gelten lassen.

KRIEGSERHALTENDE VERTRÄGE

Am 27. Oktober 1635 schloss Bernhard von Weimar einen Vertrag mit Frankreich, fungierte aber nach außen weiter als Feldherr des sich auflösenden Heilbronner Bundes. Richelieu stellte vier Millionen Livres per Anno für den Unterhalt einer Armee von 18.000 Mann in Aussicht. Die zum größten Teil noch zu erobernden Besitzungen Habsburgs im Elsas sollten an Bernhard fallen, als Lohn für seine Bemühungen.

Landgraf Wilhelm von Hessen-Kassel fragte mehrfach beim Kaiser an, ob er mit einer Rückgabe der an Hessen-Darmstadt verlorenen Gebiete rechnen könne. Da Ferdinand unnachgiebig blieb, begab er sich am 21. Oktober 1636 ebenfalls in französische Dienste. Er und seine 10.000 Mannen mussten mit 200.000 Reichstalern jährlich auskommen

KRIEGSERKLÄRUNG ZUM ZWEITEN

Kaiser Ferdinand trat ganz offen an die Seite Spaniens, in dem er Frankreich am 18. September 1636 den Krieg erklärte. Die eigentlich erforderliche Zustimmung der Reichsgremien hatte er nach Art des Hauses nicht eingeholt. Da diese später aber mehrfach Kriegssteuern bewilligten kann man doch sagen: Das Reich war zur kriegsführenden Partei geworden.

FERDINAND II. GEREGELT SEINE NACHFOLGE UND STIRBT

Durch den Prager Frieden hatte sich der kränkelnde Kaiser auch der Stimmen der beiden protestantischen Kurfürsten versichert. Am 22. Dezember 1636 wurde sein Sohn als Ferdinand III. zum römischen König gewählt, obwohl eine Stimme fehlte. Spanische Truppen hatten die französische Besatzung in Trier überrumpelt, den Kurfürsten gefangen genommen nach Wien expediert. Dort sollte ihm wegen der Auslieferung eines Reichsterritoriums an eine ausländische Macht der Prozess gemacht werden. Der Kaiser war bei der Wahl zum letzten Mal großzügig mit dem Reichsrecht umgegangen. Er starb am 15. Februar 1637.

KALTER STARRSINN

Es waren Charaktermasken, deren Auftritt oder Abtritt nichts veränderte. Sie machten unbeirrt weiter, hielten noch 13 Jahre lang an ihren Zielen fest, bis der Krieg sich selbst aufgefressen hatte. Die Diplomaten reisten herum, schacherten und schwadronierten, die einen Räte schrieben den anderen Räten höfliche Briefe, die Potentaten stellten dem Wild nach. Man sieht sich. Gelage, Bälle, Turniere. Die Kaltherzigkeit dieser Leute ist unbeschreiblich, es lohnt nicht, sie weiter im Auge zu behalten.

DAS JAHR 1636

Schlagzeilen und Berichte im Theatrum:

„Kriegsbereitschaft in Frankreich * Von schwedischen Hostilitäten in kursächsischen Landen * Große Hungersnot in ganz Deutschland, bevorab im Elsas * Tote Menschen von Armen gefressen * Der Kais. und Spanischen Einfall in Frankreich bei Verdun * Frankreich widersteht den eingefallenen Fremden * Etliche kursächsische Regimenter werden vom Baner überfallen und getrennt * Koblenz ergibt sich an Kaiserliche * Die herrliche Festung Schenkenschanze wird von den Stadischen per Akkord wiedergewonnen * Renovation der Allianz zwischen Frankreich und Schweden * Magdeburg wiederum von Sächs. und Kais. belagert * Herzog Bernhard und Kardinal de la Valetta kommen im Elsas an * Kais. und französische Völker ziehen durch die Eidgenossenschaft nach Italien * Die Stadt und Festung Hanau wird von den Hessischen und Schwedischen entsetzt * Friedberger erlittener Schaden * Der Schwedischen schändliche und üble Haufen in Oberhessen * Kurf. Gnaden von Mainz kommen wieder in ihr Land * Hessenland leidet sehr * Osnabrücker fallen aus und werden von den Sächsischen. geschlagen (15. August) * Lüneburg von den Schwedischen eingenommen * Havelberg, Werbische Schanze und Rattenau von den Kaiserischen mit Akkord eingenommen (Ende August) * Kaiserliches Edikt in dem der öffentliche Krieg angekündigt wird * Ramberville in Lothringen von Weimarischen übermeistert * Soest in Westfalen von den Kais. eingenommen* Dortmund in Westfalen von den Kais. belagert und eingenommen * Großes Sterben und Elend in der alten Mark Brandenburg * Blutiges Treffens zwischen den Kais Kursächs. wie auch Schwedischen bei Wittstock * Treffen zwischen den Kais. und Franzosen (26. Oktober) * Hanauer erbeuten tapfer * Sowohl auch die Hessischen im Stift Münster *Schwedischer General Wrangel gibt Brandenburg viel zu schaffen * Werberschanze von Schwedischen eingenommen (15. Okt.) * Freund und Feind haust tyrannisch * Falscher Messias zu Königsberg in Preußen * Neue Allianz zwischen Frankreich und England * Der Schwedischen Marsch gegen Thüringen * Herr Bernhard in Burgund erobert Jonville * Stadt Alsfeld in Hessen von den Schwedischen vergeblich tentiert (18. Dez) * Kurzer, jedoch eigentlicher Bericht, mit was herrlichem Triumph die königl. Krönung zu Regensburg abgegangen (30. Dez.) * Ballett und Comoedi gehalten

Der Schwedischen schändliches und übles Hausen in Oberhessen

Die Schwedischen haben haben die Städtlein Battenberg, Rauschenberg, Wetter, Allendorf und andere mehr rein ausgeplündert, viele Flecken und Dörfer, auch etliche Menschen verderbt und mit dem Hausvolk und Weibspersonen schändlich gehandelt, auch der Geistlichen und Pfarrer, die doch ihrer Religion, im wenigsten verschont und ganz ehr- und gewissenlos verfahren. Auch der Kirchen und Gotteshäuser sich nicht enthalten, auch die schöne Kirche zu Wetter, in welche sich viele 100 Menschen zur Rettung ihres Lebens salviert, in die Flamme gesetzt, dazu 200 000 Reichstaler zur Ranzion oder für Plünder- und Brandschatzung gefordert.

Großes Sterben und Elend in der alten Mark Brandenburg

Auch ist in der Altmark zu Stendal und andern daherum gelegenen Orten die Infektion so stark eingerissen, dass des Tags in denselbigen Landstädten über 30, ja bei 40 Personen plötzlich hinweggestorben. Von solcher grassierenden Seuche dann viele Örter ganz wüst und öde geworden. Zu welchem dann auch gekommen das große Kriegselend, da die Schwedischen die Städte Osterburg, Seehausen und Tangermünde zweimal, und danach die Kaiserlichen noch einmal ausgeplündert und so gar verderbt, dass kein Mensch hat darin sich aufhalten können. Ja, die wenigen übrigen, welche vor Hunger und Kummer gestorben und hin und her unbegraben gelegen, sind mehrerteils von den Hunden gefressen und jämmerlich verzehrt worden."

DIE SCHLACHT BEI WITTSTOCK

4. September 1636. Theatrum:

„Blutiges Treffens zwischen den Kaiserlich-Kursächsischen wie auch Schwedischen bei Wittstock

Weil nun die meisten kaiserlichen wie auch dabei befundenen kursächsischen Armeen nach und nach gegen Wittstock zu gerückt, sind die Schwedischen ihnen mit ungefähr 12.000 Pferden und 10.000 zu Fuß gefolgt. Sie haben sich den 3. September halbe Meile von den Kaiserlichen und Kursächsischen ihre Völker in Bataille gestellt, dieselbige Nacht aber den meisten Teil über einen engen Pass marschieren lassen. Ihre Kurfürstliche Durchlaucht zu Sachsen haben am folgenden Tags frühe. dero Armee an einem ziemlich vorteilhaften Ort in eine Schlachtordnung bringen, die meisten Stücke plantieren und etliche Reduiten aufwerfen lassen. Welches, als es die Schwedischen ansichtig geworden, haben sie dieselben in einer solchen Stellung und Vorteil anzugreifen nicht raisonabel befunden, auch weil die Kaiserlichen und Kursächsischen aus 16.000 zu Fuß 14.000 zu Pferd effektive bestanden... Daher Feldmarschall Banner samt General Torstensohn mit dem rechten Flügel der Kavallerie gegen die rechte Seite des Bergs avanciert. Die Kaiserlichen und Kursächsischen haben darauf ihre erste Front quittiert und sich gegen besagten rechten Flügel der schwedischen Kavallerie gestellt, welche sich einer Höhe bemächtigen wollte.

Rechter Flügel fast ruiniert

Dann haben sie mit der ganzen Reiterei und dem Fußvolk die Schwedischen angefallen, worüber es zu einem sehr scharfen Fechten geraten, dergleichen in erdenklichen Jahren nicht vorgegangen. Feldmarschall Baners Schwadron wurde zu sechs, acht und zehn Mal getroffen, ermattete und wäre fast ruiniert worden. Im letzten Augenblick sind General Leutnant King und General Major Stahlhans mit ihren Regimentern um das Holz herum gekommen und haben gegen die linke Seite des Bergs mit den Kaiserlichen und Kursächsischen bis in die sinkende Nacht chargiert."

Großer Schaden im Nachsetzen

Da die schwedische Reserve noch nicht zum Treffen gekommen..., hat der kaiserliche General Graf von Hatzfeld in Eile etliche Generäle und Obristen zusammengefordert und Rat gehalten. Ist endlich für gut befunden worden, vom Platz abzuziehen und sich gegen Werben zu wenden. Sobald nun der schwedische General Banner solches der kaiserlichen und kursächsischen
Durchgehen vermerkt, hat er den General Major Stahlhansen mit etlichen tausend Pferden denselben in die Eisen kommandiert, welcher ihnen bis gegen Werben nachgesetzt, da er dann in währendem Nachhauen noch 30 Standarten und 5 Dragoner Fahnen neben vielen Gefangenen, auch eine großen schönen Kutsche bekommen, welche er General Baner präsentiert Auch sonst mit Niedermachen großen Schaden hat getan."

JÄMMERLICHER ANBLICK

Der Dichter Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen über die Schlacht bei Wittstock:

„ Das gräuliche Schießen, das Gekläpper der Harnische, das Krachen der Piken und das Geschrei beides, der Verwundeten und der Angreifenden, machten neben den Trompeten, Trommeln und Pfeifen ein erschröckliche Musik. Da sah man nichts als einen dicken Rauch und Staub, welcher schien, als wolle er die Abscheulichkeit der Verwundeten und Toten bedecken. In demselbigen, hört man ein jämmerliches Wehklagen der Sterbenden und ein lustiges Geschrei derjenigen, die noch voller Mut staken.. Die Erde, deren Gewohnheit ist, die Toten zu bedecken, war damals an selbigem Ort selbst mit Toten überstreut, welche auf unterschiedliche Manier gezeichnet waren. Köpfe lagen dort, welche ihre natürliche Herren verloren hatten, und hingegen Leiber, die ihrer Köpfe mangelten; etliche hatten grausam- und jämmerlicherweise das Ingeweid heraus, und anderen war der Kopf zerschmettert und das Hirn zerspritzt. Da sah man, wie entseelte Leiber ihres eigenen Geblüts beraubet und hingegen die lebendige mit fremden Blut beflossen waren. Da lagen abgeschossene Ärme, an welchen sich die Finger noch regten, gleichsam als ob sie wieder mit in das Gedränge wollten; hingegen rissen Kerle aus, die noch keinen Tropfen Blut vergossen hatten. Dort lagen abgerissene Schenkel, welche, ob sie wohl der Bürde ihres Körpers entladen, dannoch viel schwerer worden waren, als sie zuvor gewesen. Da sah man zerstümmelte Soldaten um Beförderung ihres Tods, hingegen andere um Quartier und Verschonung ihres Lebens bitten. Summa Summarum, das war nichts anders als ein elender jämmerlicher Anblick.

Obwohl die Verbündeten in der Schlacht bei Wittstock etwa 5.000 Mann verloren hatten, und die Schweden nur 1.500, musste Baner im Verlauf des 1637 große Teile Pommerns preisgeben und konnte aber Ankam, Stralsund und Greisfwald halten.

DEUTESCH PLÜNDERN BEI PARIS

Im Sommer 1636 fielen kaiserliche Truppen in Frankreich ein. Ein namentlich nicht bekannte deutscher Söldner hat den Feldzug beschrieben. Sein Tagebuch erschien 1993 im Akademie Verlag: „Ein Söldnerleben im Dreißigjährigen Krieg". Der Herausgeber, Jan Peters, hat ausgerechnet, dass der Mann zwischen 1625 und 1649 eine Marschroute von 22.400 Kilometern bewältigt hat. Im Februar 1636 verließ sein Regiment das Winterquartier in der Eifel. Nächste Stationen: Andernach, Münstermaifeld, Malmedy, Lüttich, Huy, Charlemont (Maas), Bouillon.

„Den 4. Juli sind wir an die französische Grenze gekommen und an einem Schloss vorüber gezogen. Darin sind 7 Bauern gewesen, die haben sich gegen die ganze Armee gewehrt. Also haben wir das Schloss angezündet und samt den Bauern verbrannt. Hier sind wieder 1.000 Mann zu Fuß und 1.500 zu Pferd vor ein Dorf kommandiert worden. Ich bin auch mit dabei gewesen. Da haben sich die Bauern in dem Kirchhof so mächtig gewehrt, dass wir ohne Kanonen nichts haben ausrichten können. Da sind wir wieder zurück, denn es sind 1.000 Bauern darin gewesen. So haben wir das Dorf angezündet und lassen brennen. Den 7. Juli sind wir zu der spanischen Armee gekommen, die ist vor einer Festung gelegen, La Capelle. Da haben wir auch unser Lager geschlagen, auf der anderen Seite. Den 8. Juli haben sie akkordiert. Darin sind gelegen 600 Franzosen, die haben wir lassen abziehen mit Sack und Pack und mit 3 Kanonen. Den 17. Juli sind wir vor die Festung le Chatelet gezogen, unser Lager geschlagen bei der Mühle. Mit Schanzen und Laufgräben zugebaut und beschossen, Tag und Nacht, da haben sie sich auch ergeben. Den 25. Juli hat mein Weib einen Doppelrock aus Taft, den sie unterm Arm hatte, verloren, obwohl ich dabei gewesen bin. Den 26.Juli sind sie abgezogen mit Sack und Pack und mit fliegender Fahne. Sind gewesen 500 Mann. Von hier sind wir gezogen nach Pèronne. Ist eine schöne Stadt, aber wir haben sie lassen liegen. Hier ist der Franzose gekommen mit 40.000 Mann zum Pass. Wir sind auf dieser Seite des Passes gelegen. Da haben wir mit Kanonen zusammen gespielt. Den 2. August haben wir dem Feind 2 Schanzen mit stürmender Hand erobert, die habe ich helfen einnehmen ... Dann sind nach Corbie gegangen, eine mächtige Festung an dem Wasser. Als wir scharmützelt haben vor dieser Festung, ist mancher sitzen geblieben, Mann und Weib. Denn es ist eine Kanone darin gewesen, dieselbige haben wir nur den Weiberhund genannt. Auf einmal haben sie mit der Kanone , in der Hütte neben meinem Zelt, dem Mann und dem Weib frühmorgens alle 4 Füße dicht am Arsch weggeschossen ... Den 16. August haben sie sich ergeben, denn wir sind mächtig auf ihn gedrungen und haben Feuer eingeworfen. Da sind sie abgezogen mit Sack und Pack, 2.000 Mann. Hier sind wir ausgeritten auf Beute, ich auch, bis auf 10 Stunden vor Paris. Da haben wir es schon liegen sehen, wie einen Wald."

In Paris griffen sie tief in die Taschen, um den Einmarsch deutscher Truppen zu verhindern. Theatrum:

„Um den Krieg mit Ernst fortzuführen hat, der König in Frankreich seine Schatzkammer geöffnet und an die 40 Millionen in Gold daraus erhoben, und die französischen Stände haben ihm anerboten, Leib und Gut für das Königreich einzusetzen. Der Kardinal Richelieu offerierte Ihrer Majestät, 8.000 Mann auf seine eigenen Kosten zu unterhalten, die Stadt Paris 14.000, und das Parlament samt der Geistlichkeit ebenso viel. So wurden in wenigen Tagen in und um Paris 30.000 Mann zu Fuß und 8.000 Pferde zusammengebracht."

Der Tagebuchschreiber war mit Frau, Kindern und Schwiegermutter unterwegs.

„In St. Quentin bei Arras ist die Mutter meiner Frau an der Pestilenz gestorben. Die habe ich den 30. September im Jahr 1636 zur Erde bestattet. Gott verleihe ihr eine fröhliche Auferstehung."

Der Ausflug nach Frankreich endete, wo er begonnen hatte: Im Winterquartier an der Mosel.

„Unsere Kompanie ist gelegen zu Veldenz an der Mosel. Genug Wein hier gehabt."

KÄMPFE AM RHEIN

Im Juni 1637 machte sich die Kompanie an der Moselmündung bei der Vertreibung der Franzosen aus der Festung Helfenstein nützlich. Dann wurde sie weiter südlich gebraucht, wo sich Weimarische und französische Truppen bei Rheinau einen Brückenkopf befestigt hatten. Der Tagebuchschreiber:

„Den 21. Juli ist die ganze Armee den Rhein hinaufgegangen ... , bis oberhalb Straßburgs. Da wollte der Herzog Bernhard von Weimar über den Rhein gehen. An dieser Stelle haben wir uns mit ihm geschlagen. Da sind viele von uns sitzen geblieben."

Franzosen und Weimarische konnten den Brückenkopf nicht halten.

„Den 2. November sind die unsrigen wieder hin, haben mit ganzer Macht angesetzt und die Schanzen eingenommen, alles niedergemacht, und die Brücke in Stücke geschossen. In der Hauptschanze sind 1.000 Franzosen gelegen, die haben Quartier bekommen und sind angeworben alle worden."


DAS KRIEGSELEND

Auszüge aus dem Buch von Dr. Lammert.

Pommern

Pommern wurde wiederholt zum Schauplatz schrecklicher Verheerungszüge der Kaiserlichen wie der Schweden. Diese raubten und plünderten bei Freund und Feind, so dass die Not und das Elend der Einwohner ins Unglaubliche stieg. Da auf den Fluren Stargards weder gesät noch geerntet werden können, so wuchs der Mangel an Lebensmitteln zu einer solchen Höhe hinan, dass die Unglücklichen Gras, Ratten und selbst das Aas vom Schindanger genossen, viele aber vor Hunger starben oder pestartigen Krankheiten erlagen.

Württemberg

Schwer lastete noch das Elend auf dem württembergischen Volk. Biberach war entvölkert, ein Teil der Bauern wohnte in Wimpfen, ein anderer zog bettelnd umher; das Gras stand ungemäht, die Weinberge lagen unbebaut, die Äcker wüst, aus den Häusern brach man das Holz; sie zerfielen.

Sachsen

In Folge von Hungersnot, Einquartierung und Anhäufung zahlreicher ausgehungerter Flüchtlinge in den Städten fand die Seuche in ganz Sachsen reiche Nahrung. Die Pest wütete im ganzen Lande so schrankenlos, dass dieses Jahr „das große Sterbejahr" in Sachsen genannt wurde. Im Städtchen Melzen bei Weissenfels zählte man 77 Pestopfer. - Leipzig wurde in diesem Jahr von nicht weniger als 900 Obdachlosen belästigt, die sich noch mit 300 Kranken herumschleppten und die halb zerstörten Totengrüfte des Leichenhofes zur Herberge sich erwählten, wo sie von der Stadt kümmerlich ernährt wurden.

JAGD AUF REISENDE

Das Theatrum über die Hungersnot im fränkischen Kreis

„Von der großen Hungersnot zu und um Worms, Frankfurt und deren Orten haben wir unlängst Erwähnung getan. Mittlerweile ist der Hunger im fränkischen Kreis zu Wertheim und selbiger Orte auch dermaßen eingerissen, dass es auch nicht genug zu beschreiben. Denn die armen Leute daselbst in einen solch elenden Zustand geraten, dass sie nicht allein die Hunde auf der Gasse niedergeschlagen und alles, was sich hat essen lassen, aufgefangen, sondern auch die Vorüberreisenden und andere ermordet, jämmerlich zermetzelt, zerhackt, gekocht, gesotten, gebraten und zur Speise quoquo modo zugerichtet und aufgegessen. Sonderlich war in dem Dorf bei Wertheim, Urphar geheißen, eine rechte Schind- und Mördergrube, da man nicht allein viele Menschenschenkel, -arme, -beine und dergleichen, sondern auch Kleidungen von Manns- und Weibspersonen vornehmer Gattung gefunden hat."

DIE EIGNEN KINDER VERSPEIST

Zu Anfang des Jahres 1637 stellten der Rat von Coburg dem schwedischen Oberst Wrangel den erbärmlichen Zustand der Gegend so dar:

„Durch Gottes Verhängnis und ausgestandene schwere Kriegslast ist es dahin gediehen, dass Hunde, Katzen, Mäuse, Ratten, totes Aas und andere abscheuliche Dinge dem armen Landvolk bis anhero zur Speise gedient. Begehren sich auch mit Trebern, Leinkuchen, Kleien- und Eichelbrot, wenn sie des nur genug haben könnten. Wie im vergangenen, so schlachteten auch in diesem Jahr Mütter ihre Kinder und verzehrten sie, während sich andere ertränkten."

TOTE AUSGEGRABEN UND VERSPEIST

Der Chronist Gottfried Andreä über das Elend in der Rheinpfalz:

„In der unteren Pfalz waren kaum 200 Bauern mehr übrig, da die übrigen teils an Hunger und Pest gestorben, teils von den Kaiserlichen erwürgt oder von den Soldaten weggeschleppt worden waren, wobei die Kroaten die Hauptrolle spielten. Der Hunger zwang auch hier die Leute zu den unnatürlichsten Nahrungsmitteln. Die Hungernden erschlugen einander selbst, verzehrten sie, durchwühlten Gottesäcker, erstiegen Galgen und Rad und nahmen die Toten zur Speise hinweg. Haufen Bettler lauerten auf die Vorübergehenden und töteten sie, wie denn bei Worms eine solche Bande von ihrem Feuer verjagt und in ihren Töpfen die schaurigen Überbleibsel von Händen und Füßen gefunden wurden."

SCHLACHT BEI WITTENWEYER

9. August 1638: Theatrum:

„Ihre Fürstliche Gnaden Herzog Bernhard ließen am 30. Juli, den Gottesdienst und die Predigt von den Tränen Christi über Jerusalem, Luk., 19. Kap. wegen der Gebliebenen des Vortags ordentlich verrichten. Darauf auch der ganzen Armee den Aufbruch befohlen, weil sie Kundschaft erlangt hatten, dass die Herren Feldmarschalle Herzog de Savello und Graf von Götzen mit all ihren Völkern und Proviantwagen unten am Rhein aufwärts zu gehen begriffen seien, um die Festung Breisach zu proviantieren. Sind darauf bald nach 12 Uhr mittags nahe Wittenweyer an sie gekommen."

Vollkommener Sieg

Von den Kaiserlichen und Bayrischen sind nicht allein über 1.500 Mann auf dem Platz erlegt, sondern ihrer auch eine gute Anzahl im Rhein verdorben, viele zu Gnaden und in Dienst aufgenommen, andere gefangen worden. In Summa wurde ansehnliches Corps von den ältesten Regimentern, zum wenigsten 12.000 Mann stark, also verringert und zerstreut, dass sich deren nicht dritthalb tausend mehr zu Ros und Fuß bei ihrem General versammelt. Wieviele aber gequetscht darunter, hat man nicht wissen können. Ihre Fürstliche Gnaden haben in dem großen und ernsten Gemenge ihrerseits verloren 14 Fähnlein und 8 Kornette, zwei Majore, etliche Offiziere, und nicht über 500 gemeiner Reiter und Knechte. Den nächsten Tag haben Ihre Fürstliche Gnaden vorderst die von dero Armee gebliebenen Soldaten sämtlich, und was man noch vom Gegenpart für vornehme Offiziere erkennen mögen, ordentlich begraben lassen. Mittwoch, den 11. August früh wurde zu Ehren des Allmächtigen Gottes, welcher so einen reichen Sieg verliehen hatte, bei der ganzen Armee ein herrliches Dankfest gehalten. So dann auch das Te Deum Laudamus, & c. mit Freuden intoniert, und hierauf sind Ihrer Fürstlichen Gnaden von dero Regimentern die eroberten Kornette und Fähnlein untertänig präsentiert worden, welches dann sehr prächtig und magnifik anzusehen gewesen."


TREFFEN BEI ZIEGENHAIN, 15. November 1640, S.209-211(229)

* Von Obrist Rosens Treffen bei Ziegenhain mit dem Baron von Bredau

„Der kaiserliche Feldmarschall Leutnant Baron de Bredau mit 3.000 Pferden und Fußvolks langte den 3. November bei der Festung Ziegenhain an und ging mit 5 Schwadronen Avantgarde auf den Rosen zwar mit großer Furie an, desselben aber die Rosischen nicht viel achteten, sondern ließen ihn wohl ankommen....Der von Bredau hatte selbigen Tag zum Feldgeschrei ausgegeben „Gott mit uns", und die Parole war „der Teufel mit dem Rosen"...Ob nun wohl der von Rosen sich noch nicht in der Lage war, der Kaiserlichen Anzahl gleich zu sein, hatte der sich doch resolviert, auf den von Bredau zu gehen, und nicht zu erwarten, bis er ihn besuchte... Er hielt daselbst mit den Seinigen in einem Wald bis an den Morgen, und ging auf diese Vorwacht den 15. November mit anbrechendem Tag in vollem Galopp auf die Kaiserlichen los...Und ob es wohl anfangs sehr hart hielt, das Glück sich wankelmütig erzeigte, so wurde doch dem von Rosen und den Seinigen allen das Glück gegeben, dass sie vermittelst tapferer Resolution und männlicher Anführung den von Bredau und die Seinigen in die Flucht schlugen. Sie sind auch in der Flucht an einen Pass geraten, allda ihrer viele sitzend geblieben und gefangen wurden. Und ist diesen Tag des von Bredau gegebenes Wort und Feldgeschrei gewesen „Sancta Maria", „Kein Quartier", des von Rosen Wort aber „Louys" und das Feldgeschrei „Gott mit uns". Auf der Kaiserlichen Seite sind tot geblieben: General Feldmarschall Leutnant Baron de Breda, dessen Körper nach Ziegenhain gebracht, 2 Obrist Leutnants, 2 Obrist Wachtmeister, 3 Rittmeister, die man gewiss weiß, samt 550 andern Offizieren und gemeinen. Und wurde für gewiss berichtet, dass an Obrist Leutnants, Obristen Wachtmeistern und Rittmeistern, außer Leutnants und Kornetten, in 24 verloren worden. Von Rosischen sind 50 tot geblieben und gequetscht."

TREFFEN BEI SCHWEI(D)NITZ

31. Mai 1641. Theatrum

„Schwedische schlagen Kaiserliche und Kursächsische... Was nun von Volk geblieben, hat man eigentlich nicht berichtet, nur, dass diese Rencontre 5 Stunden lang gewährt, 6 Regimenter totaliter ruiniert, bei 40 Standarten und 4 Feldstücklein samt 2 Munitionswagen, auch 2 Maultiere mit Geld, und auf die fürstliche Tafel Silbergeschirr beladen, bekommen und 2 flüchtige Regimenter bis ans Lager Breslau Daraus hat man schließen wollen, dass wohl bei 3.000 Reiter geblieben und so viele ausgerüstete Pferde bekommen worden seien. Es sind aber der Toten über 1.800 nicht gezählt worden."

TREFFEN BEI TUTTLINGEN

24. November 1643. Theatrum

Relation, wie die französisch-weimarische Armee von den Kurbayrischen bei Tuttlingen überfallen und ruiniert worden

Es war nötig, die französisch-weimarische Armee an einen solchen Ort zu führen, wo Fütterung zu bekommen und die Soldaten unter Dach zu bringen wären... Weil nun in Tuttlingen und in den umliegenden Flecken ein ziemlicher Vorrat an Frucht und Futter zu finden gewesen, hat man für gut erkannt, die Völker von Mühlen an der Donau längs bis auf Donaueschingen zu verlegen. Indem nun alle Völker obgenannte Quartiere zu beziehen im Werk begriffen oder bezogen haben, inmittelst der Stille und unbemerkt die kurbayrische Reichsarmee samt dem Herzog von Lothringen und dem kaiserlichen Sukkurs unter dem Herrn Feldmarschall Melchior von Hatzfeld am 23. November zu Simmeringen , das unter Tuttlingen, gleichfalls an der Donau, angekommen. Darauf nach eingenommener guter Kundschaft in aller Eile und höchster Stille, so tags, so nachts auf das französisch-weimarische Hauptquartier losgegangen. Und sowohl die feindliche Generalität nebst fast deroselben ganzen Armee, Artillerie und Bagage durch einen allgemeinen tapferen Einbruch überrumpelt, gefangen, zerstreut und ruiniert. Also dass es wohl nach der alten Scribenten Meinung heißen mag: Die Fortun, das ist Glück und Unglück, sei nirgends mächtiger und scheinbarer als eben im Kriegswesen.

Meldungen von dieser stattlichen Victori Toten

Dem Conte de Guebrian ist vor Rottweil ein Arm abgeschossen, woran er in besagtem Rottweil gestorben. Gestalt dann auch General Tupadel darin sehr krank zurückgeblieben ist. Der Marquisen und Kadetten sind mächtig viele und der gemeinen Soldaten wohl bei 4.000 Mann geblieben. Es ist in dem Einfall ist ziemlich scharf hergegangen und unter andern des Kardinal Mazarini neues Regiment bis auf einen Mann niedergehauen worden. Die hohen Offiziere haben das bedauert, weil viele vornehme Leute unter den 2.000 Mann gewesen waren. Überdies ist der französischen Königin Regiment auf solche Weise auch fertiggemacht worden."

TREFFEN BEI JANKAU

6. März 1645. Das Theatrum sieht in den Schweden Feinde.

Notables blutiges Treffen, das bei Jankau in Böhmen zwischen en Kaiserlichen und Schwedischen vorgegangen, darin die Schwedischen victorisiert

Allhier kommen wir auf das harte und blutige Treffen, welches am 6. März in Böhmen bei Jankau zwischen den Kaiserlichen und Schwedischen vorgefallen, darin die Kaiserlichen zwar anfänglich obsiegten, aber sich dann nach altem, bösem Brauch zu zeitig auf das Plündern begaben, so dass sie langem, starkem Gefecht den Kürzeren zogen und mit großem Verlust das Feld quittieren mussten. Von dessen Preparatoriis des Treffens wurde folgendermaßen berichtet: Herr Torstensohn hat die Armee unfern von Budweis, über die Moldau übersetzen lassen. Nachgehends war er mit dem Corpo auf Jankowitz, welches anderthalb Stunden von Tabor liegt, marschiert. Worauf die ganze kaiserliche Armee mit großer Macht gefolgt. Dannhero es am 6. März zwischen Herrn General Hatzfeld und besagtem Herrn General Torstensohn zu einem starken und blutigen Treffen gekommen, welches morgens früh von acht Uhr bis gegen Abend gewährt. Zunächst sind dem Feind 14 Fähnlein und Standarten abgenommen worden. Dieser hatte aber zu seinem Vorteil auf den Hügeln an die vierundachtzig Stücke gepflanzt und aus denselben den Kaiserlichen mit so starkem Schießen dermaßen Schaden getan, dass endlich selbige Reiterei das Feld hat quittieren müssen. Worüber an die sechsundzwanzig Stücke, viele Munitions- und Bagagewagen dem Feind zuteil geworden. Die kaiserliche sowohl als die schwedische Infanterie ist schwer ruiniert worden. Maßen der Feind, dem dreitausend auf der Walstatt geblieben waren, über zwei Brigaden nicht mehr übrig haben sollte. Der Kaiserlichen hingegen waren bei achttausend Mann sitzen geblieben. Dergestalt dann Herr General Torstensohn auf drei Stunden lang kein Quartier geben lassen, mit Vermelden, sie gingen wieder durch und täten dennoch ausreißen.

Aus dem Bericht des General Feldmarschalls von Hatzfeld:

Die Anzahl der Toten könne so eigentlich, weil sie hin und wieder in den Gebirgen und Büschen auf 2 gute Meilen Wegs in sehr großer Anzahl zerstreut liegen, deren doch etliche tausend seien, nicht spezifiziert werden."

SCHLACHT BEI ZUSMARSHAUSEN

17. Mai 1648. Kaiserliche unter Feldmarschall Holzapfel gegen Schwedische unter Feldmarschall Wrangel, der dann an Oxenstierna schrieb:

„Als wir nun mit unseren Regimentern gegen den Zusmarshausen fort gegangen, auch nicht weit von da angelangt, haben wir daselbst des Feindes ganze Armeen auf der Höhe noch stehend gefunden und noch selbigen Abend darauf sofort die Armeen beiderseits beordert... Wie nun unterdessen unsere Armeen mit dem Tage völlig herbeigekommen, sind wir darauf den 17. früh des geraden Weges gegen den Feind an berührtem Ort avanciert. Worauf wir dessen Kavallerie bei unserer Ankunft in Gottes Namen angegriffen und neben den 1.400 Knechten dergestalt auf die Sprünge brachten, dass dieselbe, dem Allmächtigen Gott sei dafür gedankt, ganz ruiniert. Und ist der Feldmarschall Holzapfel in dieser Aktion selbst geblieben."

Und das Theatrum meldete:

„Von der Anzahl der Toten ist weder von einer noch der andern Seite etwas gewisses eingekommen. Man vermeint, es werde sich allerseits über 2.000 Mann anlaufen, weil allein 1.400 kaiserlichen Musketiere, wenige ausgenommen, Haar lassen müssen. Dass auch dieser Kombat ziemlich heiß gewesen sein müsse, ist daher zu vermuten, dass nach Ankunft der Kaiserlichen in Augsburg allda alle Barbierhäuser mit Verwundeten angefüllt worden, derer dann nicht wenige denen Chirurgis und Wundärzten unter den Händen vergangen, der großen Menge allerhand Soldaten, mit welchen die Stadt sonst angefüllt gewesen, ganz zu schweigen."