Kolumbus als Seefahrer. als Wissenschaftler und die Bibel

Nachbau der sogeannten Sata Maria
Kolumbus glaubte, auf Westkurs segelt man bergauf und kommt so dem Paradies näher. Nachbau der sogenannten Santa Maria.


Reisen mit der Bibel

Die Süßwassermassen des Orinoco waren ein eindeutiger Beleg, dass er es mit einer großen Landmasse zu tun hatte, die man als Festland bezeichnen konnte. Kolumbus zieht es auch in Erwägung, aber es kommt ihm wieder in Quere, was er so alles in der Bibel und anderen Schriften gelesen hat. Und findet eine andere Erklärung für die beobachteten Wassermassen:

Zu diesem Fluss sage ich, wenn er nicht aus dem irdischen Paradies fließt, kommt und fließt dieser Fluss aus einem endlosen Land, im Süden gelegen. Ich bin aber mit der Seele sehr sicher, dass sich dort, wo ich sage, das irdische Paradies befindet, gestützt auf die Gründe in den Schriften der Autoritäten.

Zum ersten Mal empfiehlt sich Kolumbus in einem Bericht nicht nur mit Lesefrüchten aus der Bibel sondern auch aus den Werken großer Vordenker: Aristoteles, Ptolemäus, Seneca, Plinius, Averroes, Isidor von Sevilla, Strabo und Esra. Sich durch deren Gesamtwerke durchquälen musste er nicht, da sie alle in der YMAGO MUNDI des Pierre d'Ailly abgehandelt und zitiert werden. Man kann Kolumbus aber nicht vorwerfen, er hätte nur Erkenntnisse der Autoritäten übernommen.

Ich habe gefunden, dass die Welt nicht kugelrund ist, wie es geschrieben steht, sondern sie hat die Gestalt einer Birne, die zwar sehr rund ist, außer jener sehr erhöhten Stelle, wo der Stiel sitzt. Oder sie ist wie ein runder Ball, und eine Stelle ist wie die Zitze einer Frau aufgesetzt. Und dieser Teil dieser Stelle ist der höchste und dem Himmel am nächsten und befindet sich unter dem Äquator in diesem ozeanischen Meer am Ende des Ostens.

Ab einer Linie 100 Meilen westlich der Azoren geht es bergauf:

Schiffe, die von diesem Punkt weiter nach Westen fahren, erheben sich langsam himmelwärts.

Wo es prompt zu abgehobenen Einfällen kommt:

Ich glaube, dass dort das Paradies liegt, zu dem niemand gelangen kann, außer durch göttlichen Willen ... Ich nehme nicht an, dass das irdische Paradies die Form eines rauen Berges hat, wie es jene schreiben, die es aufzeigen, sondern auf dem Gipfel liegt, der die Gestalt eines Stils einer Birne hat ...

Pietro Martire kommetiert die Auslassungen seines Freundes recht höflich:

Der Admiral erklärte, nach jenen Tagen der Windstille und der Hitze sei sein Schiff auf dem Rücken des Meeres heraufgestiegen, wie der Wanderer, der einen Berg himmelwärts erklettert. Aber er hat bisher kein Land gesehen ... Er versichert, dort sei im ganzen Jahr kein Tag länger oder kürzer als der andere.

Martire wundert sich:

Obwohl er eine weite Strecke entlang der Küste (Venezuelas) zurückgelegt hatte, glaubte er immer noch, es sei eine Insel.

Martire versteht etwas nicht:

Wie ist es möglich, dass sich der Polarstern in dieser Gegend bei Beginn der Nacht nur fünf Grad über dem Horizont erhebt ... und im Morgengrauen 15 Grad, mit dem selben Quadraten gemessen? Das verstehe ich nicht. Und die Begründungen, die Colonus anführt, genügen mir weder im Ganzen noch in einem Teil. Er vermutet nämlich, die Erde sei nicht kugelrund, sondern. habe die Gestalt einer Birne ... Doch genug davon, da mir diese Annahme märchenhaft erscheint.

Die zitierten Autoren verschonen ihre Leser mit Zitaten, die das Weltbild von Kolumbus in seiner finalen Ausformung widerspiegeln.

Zurück