Baustelle Oberlindau - Telemannstraße - Abbruchlärm beginnt
Am 31. Januar und 1. Februar habe ich bis zu 80 dBA gemessen. Presslufthammer gegen Beton. Deutlich lauter als erlaubt, Schallpegelmessen seitens des Bauherrn oder der Bauaufsicht wurde beobachtet. Alles wie gehabt. Dass sie das Lärmgutacchten nicht zugänlich machen, läßt Schlimmes ahnen. Liebe Nachbarn, Ihr könnt ja bei der Bauaufsicht nachfragen. michael.kummer@stadt-frankfurt.de
Video Presslufthammer hier Ärgerlich - der Bauherr erzwingt Umwege
... und die andern sind im Licht
Was wir an Lebensqualität verlieren, taucht in der Gewinnbilanz der Bauherren wieder auf. Nun kommt es auch beim Hochhaus Oberlindau 76-78 zum Teilabriss. Mal sehen, ob die neuen Regelungen greifen. Die Hoffnungen der Nachbarn, der Bau würde um ein paar
Stockwerke niedriger, haben sich nicht erfüllt. Genehmigt wird weiter stark zum Vorteil der Bauherren und der Käufer luxuriöser Wohnungen.

Nach den neuen Regeln sollte der bisher unbekannte Bauherr eine Lärmprognose abgeben und die Anlieger informieren. Das Gutachten lieg vor, unterliegt aber der Geheimhaltung. Sogar das Fotografieren glaubt der Bauherr per Schild verbieten zu können, was natürlich komplett lächerlich ist. Er fürchtet offenbar, ich könnte auch auf seiner Baustelle den Lärm mit Videos dokumentieren. Sollte das ein Versuch der Einschüchterung sein, so sage ich schon Mal: Er ist gescheitert.
Doppelt gesichert: Mehr Festung als Baustelle. Der Investor fühlt sich offensichtlich bedroht.
Im September 2013 - Reine Schikane
Seit Februar ist die Telemanntraße gesperrt, die Folge: Parkplätze fallen weg, ärgerliche Umwege für Autofahrer. In der Oberlindau fehlen 20 Parkplätze. Ohne erkennbaren Sinn und Zweck, denn auf der Baustelle tut sich so gut wie nichts. Ordnungsamt (Sondernutzung) und Bauaufsicht lassen den Bauherren gewähren, nach der notorischen Devise: Investoren sind schonend zu behandeln, der Bürger soll die Unbill hinnehmen. Informationen über Dauer der Belästigungen, eine Baulärmprognose, ein Bauschild - alles Fehlanzeige.

Ja, ja, überall lauern böse Feinde - Lärmempfindliche Anlieger - Baumschützer - kurz Wutbüger ohne Mitgefühl für Bauherren
Offener Brief an die Obrigkeit
Peter Milger
Journalist, Fernseh- und Buchautor

Herrn Markus Frank, Dezernat IX - Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr, Bethmannstraße 3
60311 Frankfurt am Main


Betrifft den offensichtlichen Missbrauch der Sondernutzung öffentlichen Verkehrsraums in der Telemannstraße und der Oberlindau.

Sehr geehrter Herr Frank,

im Februar 2013 begann die Einrichtung einer Baustelle auf dem Grundstück Oberlindau 76-78. In der Oberlindau entfielen durch den äußeren Bauzaun ca. 20 Parkplätze. Er ist inzwischen zwei Mal bei Gewittern umgefallen, sonst hat sich dort seitdem nichts ...wirklich rein gar nichts abgespielt ...

und so weiter. Vollständiger Text am Ende der Seite
Die erste Palisade hat der Sturm genommen
Antwort der Obrigkeit
Auch verboten: Spionage. Zieht die NSA ein, die CIA, der BND, alle zusammen? Oder hat der Bauherr einges vor, was nicht dokumentiert werden soll? Fragen über Fragen.
Natürlich keine, der Markus, alte Schule, läßt sich doch nicht von herglaufenen Pinschern ans Bein pinkeln, beim nächsten Herrenabend mit Bauherren selten so gelacht. Grüne Amtswalter sicher auch geladen. Prost.
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Geheime Mächte am Werk. Der Umbau Oberlindau 76-78 vor dem Ortsbeirat
2. September, 19.30, Bockenheim, der Ortsbeirat II tagt öffentlich, das Projekt Umbau Oberlindau 76-78 wird vorgestellt. „Hoffentlich klappt es" sagt die Sprecherin der Bauherrenschaft und macht sich an der Tastatur ihres PCs zu schaffen. Ihre Skepsis erweist sich als berechtigt, erst Minuten später lässt sich etwas erkennen. Nämlich, dass die Präsentation sich von der Gestaltung her als Werbung für das Projekt herausstellt. Die ca. 50 Anwesenden gaben nicht zu erkennen, sich eine der angebotenen Wohnungen leisten zu können. 40 sollen entstehen, Preis? Kein Kommentar. Der Garten soll größer werden. Wer kann ihn nutzen? Kein Kommentar. Warum keine preiswerten Wohnungen? Entgegnung: Die Verwandlung von Bürohäusern in Wohnhäuser sei eben teuer. Das ist richtig. Sie ist aber nur dann eine gute Sache, wenn die belästigten Anlieger entschädigt werden. Motto: Gewinn teilen. In diesen Sinn Fragen nach der Allgemeinwohlverpflichtung. Prompt kommen höhere Mächte ins Spiel Dr. Korn führt glaubwürdig aus, die Kapitalbeschaffung sei gar nicht so einfach, die Banken würden sehr genau hinsehen. Da ist sie wieder, die Macht der Märkte. Sehr mächtig ist offenbar auch das Ordnungsamt. Dazu wieder die Sprecherin: Die Behörde habe die Sperrung der Telemannstraße und den doppelten Bauzaun angeordnet. Da könne man leider nichts machen. Der Stand der Dinge? Die Entkernung innen sei abgeschlossen, jetzt müsse das marode Dach der Tiefgarage abgebrochen werden, mittels Bagger und Hydraulikzange. Weitere Abbrucharbeiten am Haus? Ja. Kommen auch Schlaghämmer zu Einsatz? Ja auch. Jetzt wieder Geheimsache: Gibt es eine Lärmprognose? Nein, aber ein Lärmgutachten. Kann man es einsehen? Nein. Jetzt meine Frage, warum das Fotografieren der Baustelle verboten sei, ob man etwas vorhabe, das nicht dokumentiert werden solle? Ihre Antwort: „Sie wollen ja auch nicht fotografiert werden". Ich darauf, ich sei ja auch keine Baustelle. Darauf Sie, heiter, ich dürfe fotografieren. Dann ich, weil es gerade so lustig war: „Sie werden es mit einer kampferprobten Nachbarschaft zu tun bekommen." Darf Sie lachend: „Ich freue mich schon drauf." Ist doch schön, wenn Leute Spaß an ihrem Beruf haben. Natürlich hat gut Lachen, wer die Bauaufsicht hinter sich weiß. Deren Chef, Dr. Michael Kummer beklagte sich gegenüber der FAZ: "Die Leute im Westend sind sehr empfindlich."

Dr. Korn hatte übrigens noch gesagt, wie üblich sei eine Projektgesellschaft gebildet worden. Die Name müsste auf dem Bauschild stehen, das gesetzlich geboten ist. Wo es bleibt, war nicht zu ermitteln.

Einige Fragesteller meldeten baurechtliche und Brandsicherheit betreffende Bedenken an. Antwort: Es sei nicht einfach gewesen, aber letztlich sei alles genehmigt worden. Die dazu zu befragenden städtischen Ämter waren nicht vertreten.

Zur Kosten-Nutzen- Rechnung: Baulärm kostet Nerven, ergo wird der Anlieger geschädigt. Der Bauherr hat den Nutzen und freut sich über die milde Gabe. Die Genervten müssen die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Investor und Ämtern hinnehmen. Am besten klaglos. Transparenz, demokratische Kontrolle? WOHIN KÄMEN WIR DENN DA. Bauaufsicht und Ordnungsamt werden der Erfahrung nach nicht mit den Anliegern verhandeln - aber vielleicht ist Dr. Korn souverän genug?

Notvorbehalt

Da mir gelegentlich teure Unterlassungsklagen ins Haus segeln, stelle ich für diese Website vorsorglich unter den Satirevorbehalt. Lieber Dr. Korn, wenn ich etwas unterlassen soll, einfach anrufen und nicht gleich mit dem 700 Euro-Hammer zuschlagen. 721464
Sprecherin des Bauherrn: Schelte für Westendler

Alicia Lindhoff hat für die Frankfurter Rundschau die Sitzung des Ortsbeirats besucht - und war von dem Projekt durchaus angetan. Von der Sprecherin der Betreiber mit einem Foto des Modells versehen, textet sie als Bildunterschrift:

„Elegant, mit Hecke: Umgebauter Klotz in der Oberlindau".

Die Reporterin beklagt die Uneinsichtigkeit der anwesenden „Westendler". Obwohl niemand das Vorhaben selbst kritisierte, sondern nur die Art und Weise der Umsetzung, notiert sie:

"In der Oberlindau 76-78 wird ein leeres Bürohochhaus zu einem Wohnturm umgebaut. Obwohl derartige Umwandlungen immer wieder gefordert werden, schlug der Sprecherin der Baufirma KSW Missmut entgegen, als sie in der Sitzung des Ortsbeirats am Montag die Pläne vorstellte."

Was haben die Leute nur gegen Schönheit und Luxus? Unglaublich.


"Mit Lärm müsse man auch beim Abschrauben der Fassade rechnen. Die neue Front werde dafür aber im Art-Déco-Stil gestaltet und füge sich besser in den Stil des Viertels ein. Da lachen die Westendler im Publikum ... Zum Schluss kritisieren Zuhörer, dass im "Onyx", wie die Firma das entstehende Gebäude nennt, wieder nur Luxus-Eigentumswohnungen entstünden ..."

Ganz zum Schluss hat sich Alicia Lindhoff mit der armen Sprecherin verständnisvoll unterhalten.

"Maria Lang beteuert später, für sie sei es wichtig, mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen. In die Ortsbeiratssitzungen kämen aber oft nur Leute, die Bauvorhaben sehr negativ gegenüber stünden."

Und zitiert die Missverstandene:

„Ich hätte gedacht, dass die Nachbarn sich ein bisschen freuen, dass überhaupt etwas passiert und das Haus endlich belebt wird."

Und vor lauter Freude nehmen sie Lärm und Staub dankbar hin.

Und das Lärmgutachten? Frau Lindhoff erwähnt es zwar, verschweigt aber die Aussage der Sprecherin, den Nachbarn sei die Einsicht in dasselbe nicht gestattet.

Fazit: Dass die Frankfurter Rundschau hier einseitig für ihre Leser eintritt, kann man wirklich nicht behaupten. Der Artikel ist aber insofern verdienstvoll, als er potentielle Käufer solcher Wohnungen über die Existenz und die Qualitäten Projekts informiert. Im Klartext: Er wirbt.
Fortsetzung des völlig naiven Schreibens an Markus F.
...
Sondernutzung bedeutet aber sprachlich und logisch, dass etwas benutzt wird. Dieser Zaun ist aber überflüssig, weil ein zweiter und höherer Bretterzaun den Zugang zur Baustelle sehr effektiv verwehrt.

Ebenfalls im Februar entfielen in der Telemannstraße 16 Parkplätze. Die Straße selbst wurde in der Mitte gesperrt. Dadurch ergeben sich in zwei Fahrtrichtungen für Anwohner Umwege bis zu einem halben Kilometer. Da kommt in zwei Jahren einiges zusammen.

Die Sperrung soll offensichtlich die Ein- und Ausfahrt von Baufahrzeugen erleichtern. Ein Vorgang, der sich in höchsten 30 Sekunden bewerkstelligen lässt. Vorschlag: Ein Bauarbeiter unterstützt den Fahrer per Hand, die Wartezeit für andere Verkehrsteilnehmer ist überschaubar. Insofern ist die Notwenigkeit der Totalsperrung der Straße nicht erkennbar. Der Nutzen gegenwärtig auch nicht, den es gibt so gut wie keinen Baustellenverkehr. Auf der Baustelle tut sich seit Monaten so gut wie nichts.

Eine Beschwerde beim Bauherren ist den Anwohnern insofern verwehrt, als dieser das gesetzlich vorgeschrieben Bauschild nicht angebracht hat. Eine Ordnungswidrigkeit, die eigentlich mit einem Bußgeld zu ahnden ist - Hessische Bauordnung § 10 (2). Über die Dauer der Behinderungen und den zu erwartenden Baulärm haben weder die Bauaufsicht noch der Bauherr die betroffenen Anwohner informiert.

Bauherrn gewähren lassen und dem Bürger zumuten, Unbill geduldig zu ertragen, darf nicht die Devise öffentlichen Handelns sein. Gut, das wissen Sie natürlich. Dann lassen Sie doch einfach die Genehmigung der Sondernutzung überprüfen und den Gegebenheiten anpassen.

Fotos finden Sie auf www.milger.de/baustelle76.htm. Auch das Zeichen für FOTOGRAFIEREN VERBOTEN am Zaun. Was hat der Bauherr vor?

Freundliche Grüße, 1.09.13 Peter Milger - auch im Namen vieler Anlieger
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